Diese Indikatoren werden von den gleitenden Durchschnitten
abgeleitet und zielen auf die Schließung einer wichtigen Lücke ab. Denn die
gleitenden Durchschnitte vermitteln Kauf- und Verkaufsignale zu präzisen
Zeitpunkten, die bei einer sehr kurzfristigen Tendenzumkehrung auf dem Markt (im
Laufe eines Handelstages oder von einem Handelstag auf den anderen) schnell
nichtig sein können.
Anstatt nun solche präzisen Schwellenwerte zu ermitteln,
kann es sinnvoll sein, Zonen in Betracht zu ziehen, die in Form von Intervallen
auf beiden Seiten der gleitenden Durchschnitte festgelegt werden. Auf diesem
Prinzip beruhen die Bollinger Bänder.
Die Formation besteht aus drei Tendenzlinien: oberes,
mittleres und unteres Band.
Das mittlere Band entspricht dabei einem einfachen
gleitenden Durchschnitt, der im allgemeinen für 20 Tage errechnet
wird.
Die Marke des oberen Bandes entspricht an jedem Punkt der
Summe der Marke des mittleren Bandes und des doppelten Wertes des mit dem
gleitenden Durchschnitt verbundenen Musterabstands..
Genauso entspricht die Marke des unteren Bandes der Marke
des mittleren Bandes, von dem der doppelte Wert des mit dem gleitenden
Durchschnitt verbundenen Musterabstands abgezogen wird.
Damit lässt sich der Kurs innerhalb eines bestimmten
Grenzbereichs einschränken. Mit anderen Worten kann mit den Bollinger Bändern
der Variationsspielraum ermittelt werden, innerhalb dessen sich das Wertpapier
systematisch bewegen dürfte. Bei einem Wertpapier, das normalen Grundsätzen
folgt, liegen deswegen 95 Prozent aller Notierungen innerhalb dieser
Bänder.
Infolgedessen stellen die Bänder äußerst starke Support-
(unteres Band) und Widerstandsmarken (oberes Band) dar. Dabei verkörpern diese
Marken jeweils interessante Eingangs- und Ausgangspunkte für das Wertpapier, und
zwar insbesondere dann, wenn der Markt keine richtige Tendenz aufweist und die
Bänder auf beiden Seiten des Durchschnitts stabil sind. Dies ermöglicht dann auf
ein Trading-Ziel, also eine kurzfristige Anlage, zu setzen.
Dagegen beruhen die von den Bändern in einem Trendmarkt
gegebenen Informationen auf ihrem Abstand. Tatsächlich spricht ein zunehmender
Abstand der Bänder für einen Anstieg des Musterabstands, der ein Anzeichen für
das Aufkommen einer starken Tendenz bildet. Ziehen sich die Bänder nun aber
wieder zusammen, sind die Schwankungen auf beiden Seiten des gleitenden
Durchschnitts schwächer, was auf das Ende einer Tendenz schließen lässt.
Infolgedessen können Bänder zur Festlegung von Supports und Widerständen dienen.


