(neu: Schlusskurse, Vivendi, Yahoo, Roche, Novartis)
Frankfurt, 15. Mai (Reuters) - Auch eine große Zahl von Unternehmensbilanzen hat am Donnerstag nicht den erhofften Schwung in den deutschen Aktienhandel gebracht. Der Dax<.GDAXI> beendete den Handel nahezu unverändert bei 7081 Punkten. "Die Fülle von Quartalszahlen ließ den Markt weitgehend kalt. Alle warten, bis ein Event den Markt aus seiner Spanne von 7000 bis 7100 Punkten ausbrechen lässt", sagte Helaba-Marktanalyst Christian Schmidt. Der Europa-Index Stoxx50<.STOXX50> legte 0,4 Prozent auf 3269 Punkte zu.
Die mit Spannung erwarteten Konjunkturdaten aus den USA vermittelten kein einheitliches Bild von der Lage der weltgrößten Volkswirtschaft. Während die Industrieproduktion und der Stimmungsindikator der Industrie in der Region New York stärker als erwartet sanken, legte der Konjunkturindex Philly-Fed deutlicher als von Experten prognostiziert zu. "Es ist damit gut möglich, dass sich die USA im Moment auf dem Tiefpunkt der derzeitigen ausgeprägten Konjunkturdelle befinden", urteilte Postbank-Analyst Heinrich Bayer.
Die US-Börsen zeigten zum Handelsschluss in Europa wenig Bewegung. Der Dow-Jones-Index<.DJI> notierte unverändert, der Nasdaq-Composite<.IXIC> 0,3 Prozent höher. Für Gesprächsstoff an der Wall Street sorgte einmal mehr Yahoo<YHOO.O>. Der Investor Carl Icahn drängt die Geschäftsführung des Internetkonzerns, das Übernahmeangebot von Microsoft<MSFT.O> doch noch anzunehmen. Yahoo-Aktien stiegen zeitweise um rund ein Prozent.
Größte Gewinner im Dax waren die Titel von Postbank<DPBGn.DE> und Deutscher Post<DPWGn.DE>, die drei beziehungsweise 2,7 Prozent zulegten. Post-Titel profitierten Börsianern zufolge von der Aussicht auf eine Wende im schwächelnden US-Geschäft. Der Kurs der Postbank-Aktie wurde Händlern zufolge von Gerüchten beflügelt, die Allianz wolle ein Gebot für die Post-Tochter abgeben, um das Institut mit der Dresdner Bank zu verschmelzen. Dagegen brachen an der Börse in Brüssel die Aktien der belgischen Großbank KBC<KBC.BR> um fast sechs Prozent ein. "Das Geschäft mit den Firmenkunden und der Handel sind eine Enttäuschung", kommentierte Analyst Ivan Lathouders von der Bank Degroof den Zwischenbericht.
ADIDAS UND PUMA VOR FUSSBALL-WM UND OLYMPIADE GEFRAGT
Gekauft wurden die Anteilsscheine von Adidas<ADSG.DE>, die gut zwei Prozent zulegten. "In der Regel laufen Sportartikelhersteller vor Ereignissen wie der Fußball-EM oder der Olympiade sehr gut", sagte ein Händler. Die Aktien des Konkurrenten Puma<PUMG.DE> gewannen im Nebenwerteindex MDax<.MDAXI> 2,8 Prozent.
Ganz oben auf der Verkaufsliste im Dax standen die Aktien von Bayer<BAYG.DE> und MAN<MANG.DE> mit Abschlägen von jeweils 1,7 Prozent. Der Chemie- und Pharmakonzern Bayer nimmt nach negativen Studienergebnissen sein umstrittenes Herzmedikament Trasylol vom Markt. Bei den Aktien von MAN<MANG.DE> strichen Anleger Händlern zufolge Gewinne ein.
Hingegen waren in Zürich die Anteilsscheine der Pharmakonzerne Novartis<NOVN.VX> und Roche<ROG.VX> gefragt und stiegen um 1,7 beziehungsweise 2,5 Prozent. Händler verweisen auf positive Studiendaten und Analystenempfehlungen.
Die ThyssenKrupp<TKAG.DE>-Aktien gaben in Reaktion auf die enttäuschenden Geschäftszahlen des kleineren Konkurrenten Salzgitter<SZGG.DE> ein Prozent ab. Die Salzgitter-Aktien waren mit einem Minus von gut drei Prozent größter Verlierer MDax. "Es ist wie bei ThyssenKrupp: Der Boom in der Branche läuft so langsam aus", sagte ein Börsianer.
Größter Gewinner im französischen Leitindex CAC40<.FCHI> waren die Titel des Medienkonzerns Vivendi<VIV.PA> mit einem Plus von fünf Prozent. Der größte europäische Unterhaltungskonzern hatte am Vorabend einen Gewinnrückgang bekanntgegeben, der geringer als von Analysten erwartet ausgefallen war.
saf/zwi
((Stefan Schaaf<Redaktion Frankfurt +49 69 7565 1271, E-Mail: stefan.Schaaf@reuters.com, Reuters Messaging: stefan.schaaf.reuters.com@reuters.net>)
(mit Schlusskursen)
Zürich, 15. Mai (Reuters) - Kräftige Kursgewinne der Novartis<NOVN.VX>- und Roche<ROG.VX>-Aktien sowie des Versicherers Zurich<ZURN.VX> haben am Donnerstag der Schweizer Börse Auftrieb verliehen. Konjunkturdaten aus Deutschland, dem wichtigsten Exportmarkt der Schweiz, brachten ebenfalls positive Impulse.
Der Standardwerteindex SMI<.SSMI> notierte zu 1,17 Prozent höher auf 7683,43 Punkten. Sechs der 20 Bluechips gaben nach und 14 legten zu. Der breiter gefasste SPI<.SSHI> stieg um 1,07 Prozent auf 6448,6 Zähler.
Die Zurich<ZURN.VX>-Titel kletterten bis Handelsende um 3,3 Prozent. Das Quartalsergebnis des Versicherers lag über den Erwartungen, auch wenn einige Analysten monierten, dass der Gewinn vor allem durch Einsparungen erzielt wurde und das Wachstum bescheiden war. Andere Aktienexperten äusserten sich positiv und sprachen von einem "absolut überzeugenden Resultat". Und positiv sei auch, dass Zurich "keine nennenswerten Anlagen im US-Subprime-Bereich" habe.
Die Titel von Roche schlossen 2,5 und die von Novarits 1,7 Prozent höher. Die Aktien waren im Vorfeld eines wichtigen Krebskongresses in de14n USA gefragte. Erste Informationen sind ab Freitag zu erwarten. Dabei steht vor allem das Krebsmedikament Avastin von Roche im Mittelpunkt, das gegen Erbitux von Merck <MRCG.DE> antritt.
Nach anfänglich Kursverlusten wurden auch die Aktien der Banken stärker gesucht. Die Titel der UBS<UBSN.VX> stiegen um 0,6 Prozent und die von Credit Suisse<CSGN.VX> um 0,4 Prozent. Händler sprachen von einer technischen Reaktion und Deckungskäufen, nachdem es vermehrt Anzeichen für eine Beruhigung der Kreditkrise gebe. Ob die Erholung nachhaltig sei, wird sich zeigen. "Die Banken sehen sich schon noch mit einigen Problemen konfrontiert", sagte ein Händler.
Die Aktien der Chemiekonzerne Ciba<CIBN.VX> und Clariant<CLN.VX> sowie des Ölverarbeiter Petroplus<PPHN.VX> legten 1,5 bis 2,5 Prozent zu.
Von der Börsenerholung profitierten die Aktien des Onlinebrokers Swissquote<SQN.S>, die 4,7 Prozent zulegten. Zudem will Swissquote mit der Einführung von Sparkonten neue Kunden gewinnen.
Im Gespräch bleibt auch der Immobilien- und Warenhauskonzern Jelmoli<JEL.S>. Eine Gruppe von Hedge Funds geht auf Konfrontationskurs zum Mehrheitsaktionär Georg von Opel und zum Verwaltungsrat. Sie fordern unter anderem die Ausschüttung von 500 Millionen sfr sowie die Wahl von Sachverständigen zur Bewertung und zur Überwachung der Finanzanlagen des Unternehmens. Der Verwaltungsrat will den Konzern in eine Immobilien- und eine Investmentgesellschaft aufspalten sowie die Aktienstruktur vereinfachen. Die Aktie reagierte aber kaum.
rpk/ajs
((Rupert Pretterklieber - Redaktion Swiss Investor News, Tel: +41 58 306 7313, Fax: +41 44 251 0476, Mail: rupert.pretterklieber@reuters.com))
(neu: Schlusskurse)
Wien, 15. Mai (Reuters) - Als gut bewertete Zahlen von Unternehmen bzw. positive Kommentare von Analysten haben am Donnerstag selektiv für Bewegung an der Wiener Börse gesorgt.
Größter Gewinner waren A-Tec<ATEC.VI>, die sich knapp 13 Prozent auf 57,75 verteuerten. Der Mischkonzern hat im ersten Quartal mehr verdient und die Erwartungen - allerdings dank Aufwertungen der Kupferbestände - mehr verdient.
bwin<BWIN.VI> brachte ein besseres Quartalsergebnis, das mit einem Plus von knapp drei Prozent auf 21,50 belohnt wurde. Der Flughafen Wien<VIEV.VI> lag auch über den Erwartungen und hat zudem starke Verkehrszahlen für den April bekanntgegeben. Die Aktie stieg 3 Prozent auf 78,45.
TA<TELA.VI> setzte heute den Anstieg fort und legte 1,6 Prozent auf 16,36 zu. Investmenthäuser haben nach den Zahlen von gestern Kursziele und zum Teil auch Empfehlungen angehoben.
Andritz<ANDR.VI> gehörte auch zu den Gewinnern - Die Aktie legte 4,4 Prozent auf 42,87 zu, getrieben von derzeit guter Nachfrage. Chevreux hat das Kursziel heute um vier auf 48 Euro erhöht.
Ölfeldausrüster SBO<SBOE.VI> stieg nach einer Hochstufung von Cazenove um 3,7 Prozent auf 57,69.
Auffällig war die Post<POST.VI>, die vor den Q1-Zahlen am Freitag um 0,3 Prozent auf 29,30 billiger wurde. Analysten erwarten weniger Gewinn. Böhler<BHLR.VI> sank 2,2 Prozent auf 71,12. voestalpine hat heute den Squeeze Out-Preis mit 70,26 Euro festgelegt.
Der ATX<.ATX> schloss auf 4410,70 (4402,71) Punkte. 13 Aktien waren höher, 7 tiefer. Der ATX Prime Index<.ATXPRIME> lag bei 2068,43 (2061,39) Punkten.
Der ATX Juni Future schloss nach 33 Kontrakten mit 4370,0 (4375,0).
Im Prime Market stachen noch HTI<HTPV.VI> hervor, die nach einem Gewinneinbruch letztlich knapp drei Prozent auf 3,40 verloren, aber schon neun Prozent tiefer waren.
Der Gesamtmarkt war mit den Vorgaben etwas schwächer bis leicht freundlich. Neue Sorgen um die Konjunktur keimten auf, nachdem die Stimmung in der US-Industrie überraschend stark gesunken ist und drückten die Kurse.
Im Austrian Equity Market waren 37 Aktien höher, 26 tiefer und 31 Werte unverändert.
Die zehnjährige Benchmark-Bundesanleihe<0#ATBMK=> rentierte zuletzt mit 4,498 Prozent.
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<EURIBOR=> - Euribor
Frankfurt, 15. Mai (Reuters) - Auch eine große Zahl von Unternehmensbilanzen hat am Donnerstag nicht den erhofften Schwung in den deutschen Aktienhandel gebracht. Der Dax<.GDAXI> beendete den Handel bei weiterhin geringen Umsätzen nahezu unverändert bei 7081 Punkten. Konjunkturdaten aus den USA vermittelten kein einheitliches Bild und vermochten dem Markt keine Richtung zu geben.
Das Handelsvolumen im Dax betrug 137 (Vortag: 135) Millionen Aktien, der Umsatz betrug unverändert 4,9 Milliarden Euro.
Größte Gewinner im deutschen Leitindex waren die Titel von Postbank<DPBGn.DE> und Deutscher Post<DPWGn.DE>, die drei beziehungsweise 2,7 Prozent zulegten. Post-Titel profitierten Börsianern zufolge von der Aussicht auf eine Wende im schwächelnden US-Geschäft. Der Kurs der Postbank-Aktie wurde nach Aussagen von Händlern von dem Gerücht beflügelt, wonach die Allianz<ALVG.DE> ein Gebot für die Post-Tochter abgeben wolle, um das Institut mit der Dresdner Bank zu verschmelzen.
Ganz oben auf der Verkaufsliste im Dax standen die Aktien von Bayer<BAYG.DE> und MAN<MANG.DE> mit Abschlägen von jeweils 1,7 Prozent.
Die US-Börsen zeigten zum Handelsschluss in Europa wenig Bewegung. Der Dow-Jones-Index<.DJI> notierte unverändert, der Nasdaq-Composite<.IXIC> 0,3 Prozent höher.
saf/mer
((Stefan Schaaf<Redaktion Frankfurt +49 69 7565 1271, E-Mail: stefan.Schaaf@reuters.com, Reuters Messaging: stefan.schaaf.reuters.com@reuters.net>)
Zürich, 15. Mai (Reuters) - Kräftige Kursgewinne in den Aktien der Pharmakonzerne Novartis<NOVN.VX> und Roche<ROG.VX> sowie des Versicherers Zurich<ZURN.VX> haben am Donnerstag der Schweizer Börse Auftrieb verliehen. Konjunkturdaten aus Deutschland, dem wichtigsten Exportmarkt der Schweiz, brachten ebenfalls positive Impulse. Der Handel verlief insgesamt ruhig.
Der Standardwerteindex SMI<.SSMI> notierte eine Stunde vor Schluss um 1,0 Prozent höher auf 7671 Punkten. Acht der 20 Bluechips gaben nach und zwölf legten zu. Der breiter gefasste SPI<.SSHI> stieg um 0,9 Prozent auf 6436 Zähler.
Die Aktien von Zurich Financial Services<ZURN.VX> reagierten mit einem Anstieg von gut drei Prozent auf die Veröffentlichung des Quartalsergebnisses. Das Ergebnis lag über den Erwartungen der Analysten, wenngleich einige Analysten monierten, dass der Gewinn vor allem auf der Kostenseite "gemacht" worden und das Wachstum dagegen blieb bescheiden geblieben sei. Andere Aktienexperten äusserten sich positiv und sprachen von einem "absolut überzeugenden Resultat". Und positiv sei auch, dass Zurich "keine nennenswerten Anlagen im US-Subprime-Bereich" habe.
Gesucht waren der Genussschein von Roche und die Novartis-Aktie. Dabei verwiesen Händler zum einen auf positive Studien und Empfehlungen. Zudem verbuchten die beiden Titel steigendes Interesse im Vorfeld des Onkologenkongresses in den USA, der Ende Mai beginnt. Erste Informationen sind ab morgen (Freitag) zu erwarten. Dabei steht vor allem das Krebsmedikament Avastin von Roche im Mittelpunkt, das gegen Erbitux von Merck <MRCG.DE> "antritt". Bei Roche und Novartis könnte auch der anstehende Eurex-Verfall und die im Vergleich zum Gesamtmarkt zurückgebliebene Kursentwicklung eine Rolle gespielt haben.
Nach anfänglich tieferen Kursen wurden auch die Aktien der Banken stärker gesucht. Die Aktie von UBS<UBSN.VX> stieg um 0,9 Prozent und die von Credit Suisse<CSGN.VX> um 0,5 Prozent. Händler sprachen von einer technischen Reaktion und Deckungskäufen, nachdem es vermehrt Anzeichen für eine Beruhigung der Kreditkrise gebe. Ob die Erholung nachhaltig oder nur technisch ist, wird sich zeigen. "Die Banken sehen sich schon noch mit einigen Problemen konfrontiert", sagte ein Händler.
Auch zahlreiche Industriewerte legten zu. Dabei dürften die technisch überverkaufte Situation, die leichte Entspannung des Ölpreises und die jüngste Erholung des Dollar den Sektor gestützt haben. Zudem fielen da und dort positive Kommentare, was vor allem den Aktien des Elektrotechnikkonzerns ABB <ABBN.VX> weiteren Schub verlieh. Aber auch die Aktien der Chemiekonzerne Ciba<CIBN.VX> und Clariant<CLN.VX> und des Ölverarbeiter Petroplus<PPHN.VX> zogen an.
Rieter<RIEN.S> und BKW<BKWN.S> machten den Dividendenabgang mehr als wett.
Von der Erholung der Aktienbörsen profitierten die Aktien des Onlinebrokers Swissquote<SQN.S>, die 4,6 Prozent zulegten. Zudem will sich die Bank mit der Einführung von Sparkonten neue Kunden erschliessen.
Die Aktien des Bau- und Hotelkonzerns Orascom<ODHN.s> erfreuten sich kräftiger Anschlusskäufe. Die Aktie, die zu 152 sfr emittiert wurde und am Mittwoch ihren Einstand an der SWX gab, stieg bis 174 sfr.
Im Gespräch bleibt auch der Immobilien- und Warenhauskonzern Jelmoli<JEL.S>. Eine Gruppe von Hedge Funds geht auf Konfrontationskurs zum Mehrheitsaktionär Georg von Opel und zum Verwaltungsrat. Sie fordern unter anderem die Ausschüttung von 500 Millionen sfr sowie die Wahl von Sachverständigen zur Bewertung und zur Überwachung der Finanzanlagen des Unternehmens. Der Verwaltungsrat will den Konzern in eine Immobilien- und eine Investmentgesellschaft aufspalten sowie die Aktienstruktur vereinfachen. Die Aktie reagierte aber kaum.
rpk/ajs
((Rupert Pretterklieber - Redaktion Swiss Investor News, Tel: +41 58 306 7313, Fax: +41 44 251 0476, Mail: rupert.pretterklieber@reuters.com))
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