München, 15. Mai (Reuters) - Der US-Sportartikelriese Nike<NKE.N> lagert einen großen Teil seiner IT-Wartung und -Dienstleistungen an Siemens<SIEGn.DE> aus. Die Siemens-Sparte SIS werde die PCs des weltweit größten Sportausrüsters künftig betreuen und verwalten, teilte der Münchener Konzern am Donnerstag mit. Auch den Benutzerservice in elf verschiedenen Sprachen überließen die Amerikaner für fünf Jahre den Siemens-Mitarbeitern. Angaben zum Auftragsvolumen machten die Geschäftspartner nicht. In der Branche wird ein Auftrag dieser Größenordnung auf rund 100 Millionen Dollar geschätzt.
jek/bub
- von Kathrin Schich -
München, 08. Mai (Reuters) - Der Sportausrüster und Olympia-Sponsor Adidas<ADSG.DE> muss trotz glänzend laufender Geschäfte heftige Kritik von Kleinaktionären einstecken. Getreu dem Firmen-Motto "Impossible is Nothing" ("Unmöglich ist nichts") müsse sich der Konzern viel stärker dafür einsetzen, dass auch in Entwicklungs- und Schwellenländern Mindeststandards bei der Entlohnung und im Umweltschutz eingehalten werden, forderte eine Reihe von Kleinaktionären auf der Hauptversammlung am Donnerstag in Fürth. Drei Monate vor Beginn der Olympischen Spiele in Peking bemängelten sie vor allem, Adidas habe zur umstrittenen Tibet-Politik der chinesischen Regierung keine klare Position bezogen.
Konzernchef Herbert Hainer wies die Vorwürfe zurück: "Wir lassen uns nicht in moralische Haftung für einen Zustand nehmen, den wir weder herbeigeführt noch zu verantworten haben", sagte er bereits zu Beginn der Veranstaltung. Am Rande des Aktionärstreffens gab es friedliche Proteste einiger Sportler aus Tibet, denen sich auch Vertreter von Nichtregierungsorganisationen anschlossen.
Nach hartnäckigen Fragen der Kleinaktionäre, die ihrem Ärger mehrere Stunden lang Luft machten, betonte Hainer später: "Wir tun das, was wir am besten können - die Mitarbeiter vor Ort unterstützen." Bei der Auswahl der Fabriken und Partner achte das Management darauf, dass Mindestlöhne gezahlt werden, und ziehe gegebenenfalls auch Konsequenzen. Einen Imageschaden für Adidas in Folge des Olympia-Engagements könne er derzeit nicht erkennen, für die kommenden Monate aber auch nicht ausschließen, sagte Hainer. Zuletzt war der traditionelle olympische Fackellauf mehrfach von Anti-China-Demonstranten gestörten worden.
FUSSBALL-DOMINANZ IST "FRAGE DER EHRE"
Der Konzern aus dem fränkischen Herzogenaurach hatte in dieser Woche für das Auftaktquartal einen überraschend starken Gewinnsprung ausgewiesen und peilt für das Gesamtjahr - das auch im Zeichen der Fußball-EM steht - neue Rekorde bei Ergebnis und Umsatz an. Hainer unterstrich, dass das Unternehmen die Konkurrenz vor allem im Fußballgeschäft abhängen wolle. "Das ist für uns auch eine Frage der Ehre." Adidas, unter anderem Ausrüster der deutschen und französischen Nationalmannschaft, verkörpere den Fußball wie kein anderes Unternehmen.
Mit Blick auf die 2006 gekaufte und noch immer schwächelnde US-Tochter Reebok sagte Hainer, das Unternehmen bereue den Kauf nicht und würde es genau so wieder machen. Durch die Übernahme seien die Chancen gestiegen, auf dem Weltmarkt zu wachsen. Die Marke Adidas sei zudem in den USA gestärkt worden.
kat/chk/mer
München, 08. Mai (Reuters) - Der Sportausrüster Adidas <ADSG.DE>gibt sich als Sponsor der Olympischen Sommerspiele in Peking unpolitisch. "Wir lassen uns nicht in moralische Haftung für einen Zustand nehmen, den wir weder herbeigeführt noch zu verantworten haben", sagte Vorstandschef Herbert Hainer auf der Hauptversammlung am Donnerstag in Fürth in Anspielung auf die umstrittene Tibet-Politik der chinesischen Regierung. Adidas nehme die Debatten über Olympia sehr ernst, könne aber keine politischen Krisen lösen. Am Rande des Aktionärstreffens gab es friedliche Proteste einiger Sportler aus Tibet.
Schon in den vergangenen Wochen hatte Hainer Forderungen von Nichtregierungsorganisationen zurückgewiesen, Adidas müsse sich als einer der Olympia-Hauptsponsoren zu Menschenrechtsfragen in China äußern. Auch von einem Boykott der Spiele riet der Manager ab. Nun betonte Hainer, Adidas engagiere sich in China auf seine eigene Weise für die Mitarbeiter in den Zulieferbetrieben. Dabei gehe es um Bildung, Gesundheit, Umwelt und soziale Standards, die "sehr deutlich über dem Niveau des Landes liegen".
Adidas, die Nummer zwei der Branche hinter Marktführer Nike<NKE.N>, ist der offizielle Partner der Olympischen Spiele für Sportbekleidung. Der Konzern aus dem fränkischen Herzogenaurach rüstet nicht nur Freiwillige und Funktionäre aus, sondern auch 16 Olympia-Mannschaften, darunter Deutschland und China.
kat/chk/axh
(neu: Details, aktueller Aktienkurs)
- von Kathrin Schich und Christian Krämer -
München, 06. Mai (Reuters) - Der Sportausrüster Adidas <ADSG.DE>läuft schon vor der Fußball-Europameisterschaft (EM) und den Olympischen Spielen zur Hochform auf. Die Nummer zwei der Branche verdiente im ersten Quartal mit 169 Millionen Euro etwa ein Drittel mehr und legte damit deutlicher zu als von Experten erwartet. Prall gefüllte Auftragsbücher in Europa und Asien lassen den Konzern aus dem fränkischen Herzogenaurach trotz des schwachen Geschäfts in Nordamerika optimistisch in die Zukunft blicken: Vorstandschef Herbert Hainer peilt bei Umsatz und Gewinn in diesem Jahr neue Rekorde an, wie er am Dienstag bekräftigte.
"Vor uns liegt ein spannender Sommer", sagte Hainer mit Blick auf die Fußball-EM in Österreich und der Schweiz im Juni. Im August folgen die Olympischen Spiele in China, bei denen Adidas als Sponsor auftritt. Im Gesamtjahr soll der Überschuss um mindestens 15 Prozent über den 2007 erzielten 551 Millionen Euro liegen. Der Umsatz soll auf währungsbereinigter Basis um knapp zehn Prozent steigen; 2007 waren es gut zehn Milliarden Euro. Dazu sollen alle Sparten beitragen, auch die mit Einbußen kämpfende US-Marke Reebok.
Die Adidas-Aktie machte einen Sprung von 5,5 Prozent auf 42,64 Euro. Sie war damit größter Gewinner im Leitindex Dax<.GDAXI>.
In den ersten drei Monaten des Jahres kletterten die Erlöse um drei Prozent auf 2,62 Milliarden Euro. Besonders groß war die Nachfrage in Asien und Europa sowie nach Produkten der Kernmarke Adidas. Bei ihr lagen die Auftragsbestände währungsbereinigt 13 Prozent über dem Vorjahr. Die näher rückende Fußball-EM trieb die Bestellungen für Trikots, Schuhe und Bälle nach oben.
BESSERUNG FÜR SORGENKIND REEBOK ERWARTET
Dagegen erweist sich die 2006 für gut drei Milliarden Euro gekaufte US-Tochter Reebok als Sorgenkind: Der Umsatz ging im ersten Quartal um 13 Prozent zurück. Bei den Aufträgen betrug das Minus sogar 22 Prozent. Im Gesamtjahr soll der Umsatz aber zulegen - währungsbereinigt um rund fünf bis zehn Prozent. Dabei sollen Zuwächse in Europa, Lateinamerika und Asien das Minus in Nordamerika wettmachen.
Allen Sportartikel-Herstellern macht derzeit die Krise des US-Einzelhändlers Foot Locker<FL.N> zu schaffen. Dieser will zahlreiche Läden schließen und baut Lagerbestände ab. Auch bei Branchenprimus Nike<NKE.N> und dem Adidas-Nachbarn Puma<PUMG.DE> werden deshalb kaum noch neue Waren bestellt. Adidas-Chef Hainer rechnet in der zweiten Jahreshälfte mit Besserung in den USA, dem weltgrößten Markt für Sportartikel. Mit Foot Locker, deren Sonderangebote Adidas stören, würden "konstruktive" Gespräche geführt. Ab dem vierten Quartal soll die Zusammenarbeit wieder enger werden.
Adidas will der Marke Reebok neues Leben einhauchen, die zuletzt unter ihrem verstaubten Image litt. Dabei setzen die Deutschen auf modernere Produkte. Reebok soll stärker im Sport positioniert werden, weniger im Lifestyle.
ADIDAS ERWARTET WEITERE ÜBERNAHMEN IN DER BRANCHE
Mit seinem Engagement als Olympia-Sponsor in Peking will Adidas die Nachfrage auf dem riesigen chinesischen Markt ankurbeln. Negative Auswirkungen der weltweiten Proteste gegen die Tibet-Politik der chinesischen Regierung auf das Geschäft von Adidas kann Hainer nicht erkennen.
Weitere Übernahmen in der Sportartikelbranche hält der Vorstandschef für wahrscheinlich: Große Konzerne entwickelten sich derzeit besser als die kleineren. Zu den eigenen Plänen äußerte er sich nicht.
chk/axh
(neu: weitere Händler-Kommentare, aktualisierte Kurse)
Frankfurt, 06. Mai (Reuters) - Schlechte Nachrichten zweier Schweizer Finanzkonzerne sowie von der Hypo Real Estate haben am Dienstag europaweit Bank- und Versicherungsaktien unter Druck gesetzt. "Die Quartalszahlen der UBS<UBSN.VX> und der Swiss Re<RUKN.VX> waren schwach und das drückt die Branche", sagte ein Börsianer. "Alles, was mit dem Finanzsektor zu tun hat, ist nach den Zahlen in Sippenhaft genommen und verkauft worden", berichtete ein Händler. Zudem erwies sich der Ölpreis als Belastungsfaktor für die Märkte: Am Vorabend kostete der Rohstoff erstmals mehr als 120 Dollar je Barrel. "Die meisten glauben zwar, dass er sich nicht über 120 Dollar halten kann. Aber das dachte man bei 100 Dollar auch schon mal", warnte ein Börsianer.
Der Dax<.GDAXI> musste daraufhin die am Freitag überschrittene Marke von 7000 Punkten aufgeben. Am Nachmittag notierte der Index ein Prozent tiefer bei 6979 Punkten. Auch in den USA zeichnete sich eine schwache Eröffnung ab: Der Future auf den S&P 500<SPc1> lag kurz vor Handelsbeginn 0,6 Prozent im Minus, während der Terminkontrakt auf den Dow Jones<DJc1> um 0,5 Prozent und der für den Technologieindex Nasdaq-100<NDc1> 0,4 Prozent tiefer notierte.
STELLENABBAU BEI UBS GEPLANT
Die UBS war im ersten Quartal tief in die roten Zahlen gerutscht. Nun soll der Gürtel enger geschnallt werden: 5500 Arbeitsplätze will das Schweizer Institut abbauen. Die Investoren konnte das jedoch nicht überzeugen: Die Aktie fiel um rund fünf Prozent zurück. Auch Swiss Re enttäuschte: Nachdem der Rückversicherer für das vergangene Quartal einen Gewinneinbruch auswies, sackte die Aktie um rund sechs Prozent ab. In ganz Europa zog das Finanzwerte ins Minus, und auch Titel wie die Allianz und Münchener Rück wurden verkauft. Allianz<ALVG.DE> fielen um 1,6 Prozent auf 131,55 Euro, Münchener Rück<MUVGn.DE> um 2,4 Prozent auf 124,11 Euro.
Schlusslicht im Dax war jedoch das Papier der Hypo Real Estate, das um 3,7 Prozent auf 22,81 Euro sank. Auch die Münchener Immobilienbank<HRXG.DE> war wegen der Finanzkrise im ersten Quartal ins Minus gerutscht. Allerdings kritisierten Börsianer vor allem die Aussagen zum Ausblick. Der Konzernvorstand hatte das ursprüngliche Ziel eines Vorsteuergewinns von 1,0 bis 1,2 Milliarden Euro im laufenden Jahr aufgegeben. Wegen der Lage an den Kapitalmärkten seien konkrete Prognosen unmöglich, hieß es von den Managern. Zweitgrößter Verlierer im Dax war die Commerzbank <CBKG.DE> mit einem Abschlag von 2,6 Prozent auf 23,01 Euro. Das Institut legt am Mittwoch Zahlen zum ersten Quartal vor.
ADIDAS UND INFINEON GEFRAGT
Dagegen sorgte der Quartalsbericht von Adidas<ADSG.DE> für Begeisterung bei den Anleger und verhalf der Aktie des Sportausrüsters mit einem Plus von über sechs Prozent auf 42,93 Euro an die Spitze des Dax. "Die Zahlen und der Ordereingang waren viel besser als erwartet und die Geschäfte der Marke Adidas laufen sehr gut", erklärte ein Händler. Auch die Aktie von Infineon<IFXGn.DE> war gefragt und erreichte mit einem Plus von über 4,3 Prozent auf 6,59 Euro wieder ihr Kursniveau von Anfang Februar. Zur Begründung verwiesen Händler auf Gerüchte, Intel<INTC.O> und Samsung wollten den Münchener Halbleiterkonzern übernehmen. "Es heißt, es würden mehr als zehn Euro geboten, das würde auch die Outperformance der vergangenen Tage erklären", sagte ein Marktteilnehmer. Infineon wollte die Gerüchte nicht kommentieren.
ltl/ban
((Kerstin Leitel <Redaktion Frankfurt +49 69 7565 1334, E-Mail: kerstin.leitel@reuters.com, Reuters Messaging: kerstin.leitel.reuters.com@reuters.net>))
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