Brüssel, 15. Mai (Reuters) - Die Banken könnten nach Einschätzung von IWF-Chef Dominique Strauss-Kahn das Schlimmste bei der Finanzkrise hinter sich haben. Auf die Gesamtwirtschaft werde sich die Anspannung der Kreditmärkte aber erst noch dämpfend niederschlagen.
Die Geldhäuser hätten wahrscheinlich den größten Teil ihrer Belastungen inzwischen erfasst, sagte Strauss-Kahn am Donnerstag im Europäischen Parlament. "Aber das ist nur die Finanzkrise. Das Hauptproblem ist die Verbindung der Finanzkrise mit der realen Wirtschaft, und das liegt nicht hinter uns." Optimisten gingen davon aus, dass die Krise die Wirtschaft bis Ende des Jahres erfassen werde. Skeptiker gingen davon erst für Mitte 2009 aus.
Die von schlecht besicherten Hypotheken in den USA ausgehende Krise hat vor allem amerikanische und Schweizer Großbanken erfasst. Aber auch deutsche Häuser wurden von milliardenschweren Verlusten getroffen.
Der IWF hatte jüngst gewarnt, die weltweite Kreditklemme, die Verteuerung des Euro und die steigende Inflation werde die Konjunktur im Euro-Raum stark bremsen. Der Fonds erwartet für das Währungsgebiet in diesem Jahr nur noch ein Wachstum von 1,4 Prozent, während die EU-Kommission von 1,7 Prozent ausgeht. Im ersten Quartal legte das Bruttoinlandsprodukt jedoch mit 0,7 Prozent zum Vorquartal überraschend kräftig zu. Strauss-Kahn sagte, dies sei eine gute Nachricht. Doch könnten noch keine Schlüsse für das gesamte Jahr gezogen werden.
iws/rbo
Sao Paulo, 15. Mai (Reuters) - Bundeskanzlerin Angela Merkel sieht das starke deutsche Wirtschaftswachstum zu Jahresbeginn als Beleg für die Widerstandskraft der deutschen Wirtschaft. "Die hohe Wachstumsrate im ersten Quartal ist Ausdruck der Robustheit und Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Volkswirtschaft auch in einem schwieriger gewordenen internationalen Umfeld", sagte Merkel am Donnerstag der Nachrichtenagentur Reuters auf Anfrage. "Die anhaltend starken Investitionen der Unternehmen sind ein Beleg für deren Vertrauen in die Zukunft", fügte sie hinzu.
Die deutsche Wirtschaft war im ersten Quartal mit 1,5 Prozent gegenüber dem Vorquartal unerwartet kräftig gewachsen.
hel/ker
Washington, 13. Mai (Reuters) - Die Liquiditätshilfen der US-Notenbank Fed haben den Finanzmärkten nach Einschätzung ihres Präsidenten Ben Bernanke geholfen. Die Märkte seien aber nach wie vor noch weit von der Normalität entfernt, sagte Bernanke am Dienstag in Atlanta. Zahlreiche Anleihemärkte blieben in großer Bedrängnis. Die Fed sei deshalb bereit, den Banken über ein besonderes Finanzierungsinstrument (Term Auction Facility, TAF) weiteres Geld zur Verfügung zu stellen, falls dies wegen der Bedingungen am Geldmarkt nötig werden sollte.
Letztlich sei es Sache der Marktteilnehmer, die Ursachen für die derzeitigen Spannungen zu beheben, sagte Bernanke. "Und dieser Prozess wird wahrscheinlich etwas Zeit brauchen." Das Eingreifen der Notenbank während einer Krise beinhalte das Risiko, dass sich die Marktteilnehmer umso leichtsinniger verhielten, räumte Bernanke ein. Dem könne am besten mit einer strikteren Regulierung vor dem Eintreten von Schwierigkeiten begegnet werden.
Die Fed hat unter anderem seit September ihren Leitzins schrittweise um 325 Basispunkte gesenkt. Zudem schuf sie mit der Term Auction Facility im Dezember neben dem üblichen Diskontsatz ein weiteres Instrument zur Versorgung der Geschäftsbanken mit Zentralbankgeld. Inzwischen beläuft sich das Volumen der TAF auf 75 Milliarden Dollar.
Auslöser der Finanzkrise waren steigende Ausfallraten bei Hypthekenkrediten. Zwischenzeitlich trocknete der Geldmarkt aus, viele Banken horteten aus Verunsicherung über das Ausmaß der Krise Geld und verliehen es kaum mehr an andere Institute.
amc/rwr
Washington, 13. Mai (Reuters) - Die Liquiditätshilfen der Fed haben den Finanzmärkten nach Einschätzung von US-Notenbankchef Ben Bernanke geholfen. Die Märkte seien aber nach wie vor noch weit von einer Normalität entfernt, sagte Bernanke am Dienstag bei einer Veranstaltung in Atlanta laut vorab verbreitetem Redetext. Zahlreiche Anleihemärkte blieben in großer Bedrängnis. Letztlich sei es Sache der Marktteilnehmer, die Gründe für die derzeitigen Spannungen zu beheben. "Und dieser Prozess wird wahrscheinlich etwas Zeit brauchen."
rtz/rbo
Frankfurt, 13. Mai (Reuters) - Der deutsche Aktienmarkt ist am Dienstag mit Kursgewinnen in den Handel gestartet. Wenige Minuten nach der Eröffnung lag der Dax 0,6 Prozent höher bei 7075 Punkten. Am Pfingstmontag hatte er mit einem Aufschlag von 0,5 Prozent geschlossen.
Die Investoren hatten am Dienstag vor allem Quartalszahlen von deutschen Unternehmen aus der zweiten und dritten Reihe zu verarbeiten. Dazu zählte Carl Zeiss Meditech<AFXG.DE>. Die im TecDax<.TECDAX> notierte Aktie des Medizintechnik-Unternehmens verbuchte daraufhin ein Plus von 6,4 Prozent. Versatel<VTWGn.DE> sackten dagegen nach Vorlage der Ergebnisse um 5,2 Prozent ab. Unter Druck geriet auch der MDax<.MDAXI>-Wert Celesio<CLSGn.DE>, der nach den Quartalszahlen 2,2 Prozent niedriger notierte. Dagegen stand die K+S<SDFG.DE>-Aktie mit einem Plus von 3,5 Prozent auf 294,68 Euro an der Spitze des Nebenwerte-Index. Die Analysten der Citigroup hatten den Titel bei ihrer Ersteinschätzung mit einem Kursziel von 350 Euro zum Kauf empfohlen. Die größten Gewinne im Dax verbuchte die Aktie der Deutschen Börse<DB1Gn.DE>, die sich um zwei Prozent verbesserte.
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