Zürich, 15. Mai (Reuters) - Der Abwärtstrend der Franken-Obligationen hat am Donnerstag weiter angehalten. Unterwartet gute Konjunkturdaten aus Deutschland und steigende Aktienkurse führten erneut zu höheren Zinsen. Die Marktteilnehmer zeigten sich zunehmend optimistischer, dass die Kreditkrise allmählich ausgestanden ist. Zinssenkungen werden daher in Europa kaum mehr erwartet. Negative Wirtschaftsdaten aus den USA trübten die Stimmung später aber wieder.
Die neuesten Aussagen von SNB-Direktoriumsmitglied Thomas Jordan blieben ohne merkliche Folgen. Er machte zwar Anzeichen für eine Entspannung der Lage in einigen Kreditmärkten aus, aber die Geldmärkte seien weit davon entfernt, normal zu funktionieren.
Die Risikozuschläge auf Unternehmensanleihen, die Credit Spreads, entspannten sich weiter. Sie waren im Zuge der Kreditkrise und der Korrektur an den Aktienbörsen gestiegen. Nun werden die Renditedifferenzen zwischen den Unternehmensanleihen und den Staatsobligationen und andere mündelsichere Papiere zusehends kleiner.
Dass die Lage inzwischen deutlich entspannter ist, geht auch aus den Kapitaltransaktionen der von der Krise erfassten Finanzunternehmen hervor. So wurden die Anleihen der Grossbanken Credit Suisse<CSGN.VX> und UBS<UBSN.VX> rege nachgefragt. Dagegen litten die Eidgenossen unter den nach unten revidierten Zinserwartungen.
Manche Marktteilnehmer warnten vor allzu viel Euphorie: Es brauche nicht viel und der Markt drehe in die andere Richtung. Zudem dürften die Probleme der Banken noch tiefere Spuren hinterlassen.
Der Juni-Conf <CONFc1> sank zunächst bis auf 123,71 Prozent und notierte zuletzt noch um 22 Basispunkte tiefer auf 124,04 Prozent. Es wurden 974 Kontrakte umgesetzt.
Die Schweizerische Nationalbank (SNB) bot bei ihrer täglichen Repoauktion weiterhin Liquidität für eine Woche zu 1,90 Prozent an. Der zehnjährige Kassazinssatz stieg auf 3,20 (Vortag 3,16) Prozent. Der dreimonatige Liborsatz <CHFRECAP> stieg auf 2,78167 (2,77833) Prozent.
Das Risikobarometer Traxx Crossover Index <ITCRS5EA=GFI> sank auf 428 (435) Punkte.
Für die Eidgenossen wurden folgende Renditen genannt:
Anleihe Rendite Vortag
4,25 Prozent 2017 3,09 3,07
3,0 Prozent 2018 3,12 3,09
3,0 Prozent 2019 3,19 3,16
2,25 Prozent 2020 3,26 3,23
Sfr-Swaps Zinssatz
2 Jahre 3,07/3,15 3,05/3,13
5 Jahre 3,24/3,32 3,21/3,29
10 Jahre 3,52/3,60 3,49/3,57
rpk/
((Rupert Pretterklieber - Redaktion Swiss Investor News, Tel: +41 58 306 7313, Fax: +41 44 251 0476, Mail: rupert.pretterklieber@reuters.com))
München, 15. Mai (Reuters) - Der US-Sportartikelriese Nike<NKE.N> lagert einen großen Teil seiner IT-Wartung und -Dienstleistungen an Siemens<SIEGn.DE> aus. Die Siemens-Sparte SIS werde die PCs des weltweit größten Sportausrüsters künftig betreuen und verwalten, teilte der Münchener Konzern am Donnerstag mit. Auch den Benutzerservice in elf verschiedenen Sprachen überließen die Amerikaner für fünf Jahre den Siemens-Mitarbeitern. Angaben zum Auftragsvolumen machten die Geschäftspartner nicht. In der Branche wird ein Auftrag dieser Größenordnung auf rund 100 Millionen Dollar geschätzt.
jek/bub
Brüssel, 15. Mai (Reuters) - Die Banken könnten nach Einschätzung von IWF-Chef Dominique Strauss-Kahn das Schlimmste bei der Finanzkrise hinter sich haben. Auf die Gesamtwirtschaft werde sich die Anspannung der Kreditmärkte aber erst noch dämpfend niederschlagen.
Die Geldhäuser hätten wahrscheinlich den größten Teil ihrer Belastungen inzwischen erfasst, sagte Strauss-Kahn am Donnerstag im Europäischen Parlament. "Aber das ist nur die Finanzkrise. Das Hauptproblem ist die Verbindung der Finanzkrise mit der realen Wirtschaft, und das liegt nicht hinter uns." Optimisten gingen davon aus, dass die Krise die Wirtschaft bis Ende des Jahres erfassen werde. Skeptiker gingen davon erst für Mitte 2009 aus.
Die von schlecht besicherten Hypotheken in den USA ausgehende Krise hat vor allem amerikanische und Schweizer Großbanken erfasst. Aber auch deutsche Häuser wurden von milliardenschweren Verlusten getroffen.
Der IWF hatte jüngst gewarnt, die weltweite Kreditklemme, die Verteuerung des Euro und die steigende Inflation werde die Konjunktur im Euro-Raum stark bremsen. Der Fonds erwartet für das Währungsgebiet in diesem Jahr nur noch ein Wachstum von 1,4 Prozent, während die EU-Kommission von 1,7 Prozent ausgeht. Im ersten Quartal legte das Bruttoinlandsprodukt jedoch mit 0,7 Prozent zum Vorquartal überraschend kräftig zu. Strauss-Kahn sagte, dies sei eine gute Nachricht. Doch könnten noch keine Schlüsse für das gesamte Jahr gezogen werden.
iws/rbo
Sao Paulo, 15. Mai (Reuters) - Bundeskanzlerin Angela Merkel sieht das starke deutsche Wirtschaftswachstum zu Jahresbeginn als Beleg für die Widerstandskraft der deutschen Wirtschaft. "Die hohe Wachstumsrate im ersten Quartal ist Ausdruck der Robustheit und Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Volkswirtschaft auch in einem schwieriger gewordenen internationalen Umfeld", sagte Merkel am Donnerstag der Nachrichtenagentur Reuters auf Anfrage. "Die anhaltend starken Investitionen der Unternehmen sind ein Beleg für deren Vertrauen in die Zukunft", fügte sie hinzu.
Die deutsche Wirtschaft war im ersten Quartal mit 1,5 Prozent gegenüber dem Vorquartal unerwartet kräftig gewachsen.
hel/ker
Zofingen, 15. Mai (Reuters) - Die Schweizerische Nationalbank (SNB) macht Anzeichen für eine Entspannung der Lage in einigen Kreditmärkten aus. Die Geldmärkte seien aber weit davon entfernt, normal zu funktionieren, sagte SNB-Direktoriumsmitglied Thomas Jordan am Donnerstag am Rande der Generalversammlung der Pfandbriefbank Schweizerischer Hypothekarinstitute zu Journalisten.
"Es gibt Anzeichen, für eine Entspannung der Lage in bestimmten Bereichen. Aber es zu früh für eine generelle Entwarnung", sagte Jordan.
par/
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