(neu: aktuelle Konjunkturdaten)
- von Mark Felsenthal -
Washington, 01. Mai (Reuters) - Die US-Notenbank Fed hat im Kampf gegen eine Rezession in den USA ihren Leitzins zum siebten Mal in Folge gesenkt. Zugleich signalisierten die Währungshüter um Notenbankchef Ben Bernanke am Mittwoch, dass nach der Herabsetzung des Leitzinses um weitere 25 Basispunkte die Lockerung der Geldpolitik vorerst beendet sein könnte. Mit 2,0 Prozent ist der Leitzins in den USA nun so niedrig wie zuletzt im Dezember 2004. Jüngste Konjunkturdaten weisen darauf hin, dass eine Erholung der US-Wirtschaft wohl vorerst auf sich warten lässt. Allerdings fielen einige Daten besser aus als erwartet.
Die Äußerungen der Notenbank waren deutlich zurückhaltender als bei den vergangenen Zinssenkungen. Die wiederholten Schritte sollten helfen, das Wachstum in den USA wieder anzukurbeln, teilten die Notenbanker mit. Zugleich betonte die Fed die gestiegenen Preise für Lebensmittel und Energie. Der Passus, wonach weiterhin Abwärtsrisiken für die Konjunktur bestünden, war in der Erklärung nicht mehr zu finden. Die Fed werde nötigenfalls eingreifen, hieß es lediglich. Nach Einschätzung von Experten deutete die Notenbank damit an, zunächst zu beobachten, ob die Wirtschaft an Fahrt gewinnt, und erst dann über weitere Zinssenkungen zu entscheiden.
Allerdings hob die Fed die anhaltende Finanzkrise und den rapiden Verfall der Wohnimmobilienpreise hervor. Damit ließ sich die Notenbank die Tür für weitere Zinssenkungen offen. Anfang September lag der Schlüsselzins in den USA noch bei 5,25 Prozent. Seitdem hat die Fed die Zinsen aggressiv gesenkt, um dem Bankensystem und der rezessionsgefährdeten Wirtschaft unter die Arme zu greifen.
Den US-Verbrauchern setzen derzeit nicht nur die fallenden Hauspreise zu, sondern auch die steigenden Kosten für Energie und Lebensmittel. Auch der Fed bereitet der Anstieg der Inflation Kopfzerbrechen, zumal sie die Preissteigerung mit jeder Zinssenkung mittelfristig weiter anheizt. Zwei Mitglieder des geldpolitischen Entscheidungsgremiums, Charles Plosser und Richard Fisher, stimmten deswegen gegen den jüngsten Zinsschritt.
ARBEITSLOSIGKEIT AUF VIER-JAHRES-HOCH
Im ersten Quartal hatte die US-Wirtschaft mit einem Anstieg um 0,6 Prozent nicht an Fahrt verloren, Rezessionsängste wurden damit vorerst gebannt. Eine schnelle Erholung und stärkere Wachstumsraten sind aber nicht in Sicht, auch wenn die Industrie im April weniger Schwung verloren hat als erwartet. Der viel beachtete Konjunkturindex der Einkaufsmanager lag unverändert bei 48,6 Punkten, während Experten mit einem weiteren Rückgang gerechnet hatten. Allerdings verharrte er den dritten Monat in Folge unter der Marke von 50 Zählern, die Wachstum signalisiert.
Zudem stieg die Arbeitslosigkeit kräftig an und liegt derzeit auf dem höchsten Stand seit vier Jahren. In der Woche bis zum 26. April meldeten sich 380.000 Menschen arbeitslos, das sind 35.000 mehr als in der Vorwoche. Vor allem die Schwäche bei Wohnimmobilien setzt dem Arbeitsmarkt zu, in dieser Branche wurden Experten zufolge besonders viele Menschen entlassen. Im März gingen die Bauausgaben um 1,1 Prozent zurück, bei privaten Häuslebauern brachen die Ausgaben so stark ein wie nie zuvor. Unerwartet gut schlug sich dagegen der private Konsum, der im März um 0,4 Prozent zulegte und damit doppelt so stark wie erwartet.
amc/mit
- von Mark Felsenthal -
Washington, 01. Mai (Reuters) - Die US-Notenbank Fed hat im Kampf gegen eine Rezession in den USA ihren Leitzins zum siebten Mal in Folge gesenkt. Zugleich signalisierten die Währungshüter um Notenbankchef Ben Bernanke am Mittwoch, dass nach der Herabsetzung des Leitzinses um weitere 25 Basispunkte die Lockerung der Geldpolitik vorerst beendet sein könnte. Mit 2,0 Prozent ist der Leitzins in den USA nun so niedrig wie zuletzt im Dezember 2004.
Die Äußerungen der Notenbank waren deutlich zurückhaltender als bei den vergangenen Zinssenkungen. Die wiederholten Schritte sollten helfen, das Wachstum in den USA wieder anzukurbeln, teilten die Notenbanker mit. Zugleich betonte die Fed die gestiegenen Preise für Lebensmittel und Energie. Der Passus, wonach weiterhin Abwärtsrisiken für die Konjunktur bestünden, war in der Erklärung nicht mehr zu finden. Die Fed werde nötigenfalls eingreifen, hieß es lediglich. Nach Einschätzung von Experten deutete die Notenbank damit an, zunächst zu beobachten, ob die Wirtschaft an Fahrt gewinnt, und erst dann über weitere Zinssenkungen zu entscheiden.
Allerdings hob die Fed die anhaltende Finanzkrise und den rapiden Verfall der Wohnimmobilienpreise hervor. Damit ließ sich die Notenbank die Tür für weitere Zinssenkungen offen. Anfang September lag der Schlüsselzins in den USA noch bei 5,25 Prozent. Seitdem hat die Fed die Zinsen aggressiv gesenkt, um dem Bankensystem und der rezessionsgefährdeten Wirtschaft unter die Arme zu greifen.
UNEINIGKEIT WEGEN INFLATIONSRISIKEN
Den US-Verbrauchern setzen derzeit nicht nur die fallenden Hauspreise zu, sondern auch die steigenden Kosten für Energie und Lebensmittel. Auch der Fed bereitet der Anstieg der Inflation Kopfzerbrechen, zumal sie die Preissteigerung mit jeder Zinssenkung mittelfristig weiter anheizt. Zwei Mitglieder des geldpolitischen Entscheidungsgremiums, Charles Plosser und Richard Fisher, stimmten deswegen gegen den jüngsten Zinsschritt.
Die US-Notenbank äußerte sich jedoch nicht so besorgt wie befürchtet über die Inflationsaussichten. Ihrer Ansicht nach sollte die Preissteigerung im weiteren Jahresverlauf etwas moderater ausfallen, zudem gebe es Anzeichen dafür, dass die Kerninflation ohne die stark schwankenden Preise für Lebensmittel und Treibstoffe zurückgehe. Die Währungshüter räumten aber ein, dass die Entwicklung der Lebenshaltungskosten derzeit äußerst ungewiss sei.
Kurz vor der Zinsentscheidung hatten neue Daten gezeigt, dass sich die größte Volkswirtschaft am Jahresanfang relativ gut geschlagen hat. Entgegen allen Erwartungen konnte sie demnach ihr Tempo halten: Die Summe aller Waren und Dienstleistungen wuchs im ersten Vierteljahr aufs Jahr hochgerechnet um 0,6 Prozent und damit genau so stark wie Ende vorigen Jahres.
Allerdings liefert ein genauerer Blick kaum Grund zur Entwarnung: So wurden vor allem Lagerbestände aufgebaut, was in den kommenden Monaten auf der Wirtschaft lasten könnte. Keine Entspannung ist beim Konsum in Sicht, der etwa zwei Drittel der US-Wirtschaft ausmacht: Hier war das Wachstum zuletzt 2001 schwächer. Auch der Bau stürzte weiter ab, das Minus so groß wie seit 26 Jahren nicht mehr. Selbst Fed-Chef Ben Bernanke hatte zuletzt eine Rezession im ersten Halbjahr nicht ausgeschlossen, gleichzeitig aber eine Erholung in der zweiten Jahreshälfte in Aussicht gestellt.
amc/dry
Washington, 30. Apr (Reuters) - Die US-Notenbank Fed kurbelt die angeschlagene US-Wirtschaft mit der siebten Zinssenkung in Folge an. Die Währungshüter um Notenbankchef Ben Bernanke senkten den Leitzins am Mittwoch von 2,25 auf 2,0 Prozent und ließen die Tür für eine weitere Lockerung der Geldpolitik offen. Börsianer hatten überwiegend mit der Zinssenkung gerechnet - viele hatten jedoch erwartet, dass die Fed ein Ende der Zinssenkungen signalisiert. US-Aktien bauten deshalb nach der Entscheidung ihre Gewinne aus.
Anfang September lag der Schlüsselzins in den USA noch bei 5,25 Prozent. Seitdem hat die Fed die Zinsen aggressiv gesenkt, um dem Bankensystem und der rezessionsgefährdeten Wirtschaft unter die Arme zu greifen.
In der Erklärung der Fed heißt es, die wirtschaftliche Schwäche halte weiter an. Zudem dürften die zögerliche Kreditvergabe der Banken und die fallenden Immobilienpreise der Konjunktur auch in Zukunft zusetzen. Bereits jetzt hätten Verbraucher und Firmen ihre Ausgaben gesenkt. Deshalb werde die Notenbank auch in Zukunft alles notwendige tun, um das Wirtschaftswachstum wieder in Gang zu bringen.
Den US-Verbrauchern setzen derzeit nicht nur die fallenden Hauspreise zu, sondern auch die steigenden Energie- und Lebensmittelpreise. Auch der Fed bereitet der Anstieg der Inflation Kopfzerbrechen, zumal sie die Preissteigerung mittelfristig mit jeder Zinssenkung weiter anheizt. Zwei Mitglieder des geldpolitischen Entscheidungsgremiums sprachen sich deshalb gegen die beschlossene Zinssenkung aus.
Die US-Notenbank äußerte sich jedoch nicht so besorgt wie befürchtet über die Inflationsaussichten. Ihrer Ansicht nach sollte die Preissteigerung im weiteren Jahresverlauf etwas moderater ausfallen. Die Währungshüter räumten jedoch ein, dass die Entwicklung der Preise angesichts der hohen Energie- und Rohstoffpreise derzeit sehr ungewiss ist.
Kurz vor der Zinsentscheidung hatten neue Daten gezeigt, dass sich die größte Volkswirtschaft am Jahresanfang relativ gut geschlagen hat. Sie konnte entgegen allen Erwartungen ihr Tempo halten: Die Summe aller Waren und Dienstleistungen wuchs im ersten Vierteljahr aufs Jahr hochgerechnet um 0,6 Prozent und damit genau so stark wie Ende vorigen Jahres. Sogar Fed-Chef Ben Bernanke hatte zuletzt eine Rezession im ersten Halbjahr nicht ausgeschlossen, gleichzeitig aber eine Erholung in der zweiten Jahreshälfte in Aussicht gestellt.
sam/sws
30. Apr (Reuters) - Die US-Notenbank Federal Reserve hat
ihren Leitzins am Mittwoch um 25 Basispunkte auf 2,0 Prozent
gesenkt. Im Folgenden eine Übersicht über die Beschlüsse des
geldpolitischen Ausschusses der vergangenen Jahre (in Prozent):
Zielsatz f. Veränderung
Tagesgeld vH-Punkte
30. APR 2008 2,00 - 0,25
18. MÄR 2008 2,25 - 0,75
30. JAN 2008 3,00 - 0,50
22. JAN 2008 3,50 - 0,75
11. DEZ 2007 4,25 - 0,25
31. OKT 2007 4,50 - 0,25
18. SEP 2007 4,75 - 0,50
07. AUG 2007 5,25 unverändert
28. JUN 2007 5,25 unverändert
09. MAI 2007 5,25 unverändert
21. MÄR 2007 5,25 unverändert
31. JAN 2007 5,25 unverändert
12. DEZ 2006 5,25 unverändert
25. OKT 2006 5,25 unverändert
20. SEP 2006 5,25 unverändert
08. AUG 2006 5,25 unverändert
29. JUN 2006 5,25 + 0,25
10. MAI 2006 5,00 + 0,25
28. MÄR 2006 4,75 + 0,25
31. JAN 2006 4,50 + 0,25
13. DEZ 2005 4,25 + 0,25
01. NOV 2005 4,00 + 0,25
20. SEP 2005 3,75 + 0,25
09. AUG 2005 3,50 + 0,25
30. JUN 2005 3,25 + 0,25
03. MAI 2005 3,00 + 0,25
22. MÄR 2005 2,75 + 0,25
02. FEB 2005 2,50 + 0,25
14. DEZ 2004 2,25 + 0,25
10. NOV 2004 2,00 + 0,25
21. SEP 2004 1,75 + 0,25
10. AUG 2004 1,50 + 0,25
30. JUN 2004 1,25 + 0,25
25. JUN 2003 1,00 - 0,25
06. NOV 2002 1,25 - 0,50
11. DEZ 2001 1,75 - 0,25
06. NOV 2001 2,00 - 0,50
02. OKT 2001 2,50 - 0,50
17. SEP 2001 3,00 - 0,50
21. AUG 2001 3,50 - 0,25
27. JUN 2001 3,75 - 0,25
15. MAI 2001 4,00 - 0,50
18. APR 2001 4,50 - 0,50
20. MÄR 2001 5,00 - 0,50
31. JAN 2001 5,50 - 0,50
04. JAN 2001 6,00 unverändert
03. JAN 2001 6,00 - 0,50
MAI 2000 6,50 + 0,50
MÄR 2000 6,00 + 0,25
FEB 2000 5,75 + 0,25
NOV 1999 5,50 + 0,25
AUG 1999 5,25 + 0,25
JUN 1999 5,00 + 0,25
NOV 1998 4,75 - 0,25
OKT 1998 5,00 - 0,25
SEP 1998 5,25 - 0,25
MÄR 1997 5,50 + 0,25
JAN 1996 5,25 - 0,25
DEZ 1995 5,50 - 0,25
JUL 1995 5,75 - 0,25
FEB 1995 6,00 + 0,50
NOV 1994 5,50 + 0,75
AUG 1994 4,75 + 0,50
MAI 1994 4,25 + 0,50
APR 1994 3,75 + 0,25
MÄR 1994 3,50 + 0,25
FEB 1994 3,25 + 0,25
sam
Washington, 30. Apr (Reuters) - Die US-Notenbank hat erneut die Zinsen gesenkt. Der Leitzins werde um 25 Basispunkte auf nun 2,0 Prozent zurückgenommen, teilte die Federal Reserve am Mittwoch in Washington mit. Börsianer hatten überwiegend mit dieser Entscheidung gerechnet.
Anfang September lag der Schlüsselzins in den USA noch bei 5,25 Prozent. Seitdem hat die Fed die Zinsen aggressiv gesenkt, um dem angeschlagenen Bankensystem und der Wirtschaft unter die Arme zu greifen.
sam/rbo
Next: FOKUS 1-US-Wirtschaft wächst - Rezessionsangst vorerst gebannt