Zürich, 15. Mai (Reuters) - Der Dollar hat am Donnerstag trotz überwiegend schwacher Wirtschaftsdaten aus den USA zum Schweizer Franken wenig verändert tendiert.
Die Produktion in der US-Industrie ging im April unerwartet stark zurück und die Kapazitätsauslastung - ein wichtiger Faktor für die Geldpolitik der US-Notenbank - lag im April bei 79,7 Prozent. Ein ähnliches Bild vermittelte der Anstieg der Erstanträge auf Arbeitslosengeld in den USA in der jüngsten Berichtswoche. Und gemäss dem Index der New Yorker Federal Reserve ist die Industrietätigkeit im Bundesstaat New York im Mai überraschend gesunken. In die entgegengesetzte Richtung zeigte der Konjunkturindex der Federal Reserve von Philadelphia, der im Mai stärker gestiegen ist als erwartet.
Starke Konjunkturdaten kamen dagegen aus der Eurozone und aus Deutschland. Die deutsche Wirtschaft verzeichnete im ersten Quartal das stärkste Wachstum seit zwölf Jahren und auch die Wachstumsdaten der Eurozone fielen gut aus. Viel half das dem Eurokurs aber nicht, vor allem als EZB-Präsident Jean-Claude Trichet vor zu viel Optimismus warnte. Das zweite Quartal werde wohl "weniger schmeichelhaft" ausfallen, sagte Trichet in Wien.
Trichets Ausführungen und der leichte Rückgang der April-Teuerung in der Eurozone bestärkten die Marktteilnehmer in ihrer Einschätzung, dass die Europäische Zentralbank wohl gegen Ende Jahr ihren Leitzins senken werde.
Der Dollar <CHF=> notierte zum Bankenschluss in Zürich bei 1,0554/58 (Vorabend 1,0548/52) sfr.
Der Euro <EURCHF=> notierter wenig verändert auf 1,6332/34 (1,6321/23) sfr.
ajs/pma
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Zürich, 15. Mai (Reuters) - Der Abwärtstrend der Franken-Obligationen hat am Donnerstag weiter angehalten. Unterwartet gute Konjunkturdaten aus Deutschland und steigende Aktienkurse führten erneut zu höheren Zinsen. Die Marktteilnehmer zeigten sich zunehmend optimistischer, dass die Kreditkrise allmählich ausgestanden ist. Zinssenkungen werden daher in Europa kaum mehr erwartet. Negative Wirtschaftsdaten aus den USA trübten die Stimmung später aber wieder.
Die neuesten Aussagen von SNB-Direktoriumsmitglied Thomas Jordan blieben ohne merkliche Folgen. Er machte zwar Anzeichen für eine Entspannung der Lage in einigen Kreditmärkten aus, aber die Geldmärkte seien weit davon entfernt, normal zu funktionieren.
Die Risikozuschläge auf Unternehmensanleihen, die Credit Spreads, entspannten sich weiter. Sie waren im Zuge der Kreditkrise und der Korrektur an den Aktienbörsen gestiegen. Nun werden die Renditedifferenzen zwischen den Unternehmensanleihen und den Staatsobligationen und andere mündelsichere Papiere zusehends kleiner.
Dass die Lage inzwischen deutlich entspannter ist, geht auch aus den Kapitaltransaktionen der von der Krise erfassten Finanzunternehmen hervor. So wurden die Anleihen der Grossbanken Credit Suisse<CSGN.VX> und UBS<UBSN.VX> rege nachgefragt. Dagegen litten die Eidgenossen unter den nach unten revidierten Zinserwartungen.
Manche Marktteilnehmer warnten vor allzu viel Euphorie: Es brauche nicht viel und der Markt drehe in die andere Richtung. Zudem dürften die Probleme der Banken noch tiefere Spuren hinterlassen.
Der Juni-Conf <CONFc1> sank zunächst bis auf 123,71 Prozent und notierte zuletzt noch um 22 Basispunkte tiefer auf 124,04 Prozent. Es wurden 974 Kontrakte umgesetzt.
Die Schweizerische Nationalbank (SNB) bot bei ihrer täglichen Repoauktion weiterhin Liquidität für eine Woche zu 1,90 Prozent an. Der zehnjährige Kassazinssatz stieg auf 3,20 (Vortag 3,16) Prozent. Der dreimonatige Liborsatz <CHFRECAP> stieg auf 2,78167 (2,77833) Prozent.
Das Risikobarometer Traxx Crossover Index <ITCRS5EA=GFI> sank auf 428 (435) Punkte.
Für die Eidgenossen wurden folgende Renditen genannt:
Anleihe Rendite Vortag
4,25 Prozent 2017 3,09 3,07
3,0 Prozent 2018 3,12 3,09
3,0 Prozent 2019 3,19 3,16
2,25 Prozent 2020 3,26 3,23
Sfr-Swaps Zinssatz
2 Jahre 3,07/3,15 3,05/3,13
5 Jahre 3,24/3,32 3,21/3,29
10 Jahre 3,52/3,60 3,49/3,57
rpk/
((Rupert Pretterklieber - Redaktion Swiss Investor News, Tel: +41 58 306 7313, Fax: +41 44 251 0476, Mail: rupert.pretterklieber@reuters.com))
- von Christina Amann -
Berlin, 15. Mai (Reuters) - Trotz einer etwas geringeren Teuerung ist für die Verbraucher in Deutschland vorerst keine Entspannung in Sicht. Im April stiegen die Preise in Deutschland zwar nur noch um 2,4 Prozent und damit weniger als im März. Aber: "Wir wissen angesichts der Entwicklung einiger Preise wie für Energie, dass im Mai ein neuer Schub droht", sagte Konjunkturexperte Joachim Scheide vom Institut für Weltwirtschaft (IfW) in Kiel am Donnerstag. Wegen des Inflationsdrucks auch bei Lebensmitteln hoben professionelle Beobachter der Europäischen Zentralbank (EZB) ihre Prognose für den Euro-Raum in diesem Jahr deutlich an. Erst für 2009 erwarten Experten einen Rückgang des Preisanstiegs.
Entscheidend für die weitere Entwicklung in den kommenden Monaten sei, ob der Ölpreis weiter steige, sagte Scheide. "Er könnte uns einen Strich durch die Rechnung machen." In diesem Jahr werde die Inflation im Schnitt wohl bei 2,6 Prozent landen, dabei würden jedoch konstante Rohstoffpreise unterstellt. Erst 2009 dürfte die Teuerung nach Schätzung von Instituten zwei Prozent erreichen und sich damit wieder der EZB-Zielmarke annähern. "Die niedrigen Inflationsraten der 90er Jahre wird es aber auf absehbare Zeit nicht mehr geben", sagte der Konjunkturchef des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) in Berlin, Christian Dreger.
Zuletzt waren die Erzeugerpreise kräftig gestiegen, die Teuerung im Großhandel lag sogar in der Nähe ihres 26-Jahres-Hochs. Sie gelten als Indikatoren für die Teuerung, weil der Handels höhere Einkaufspreise an die Verbraucher weiterreicht. Groß- und Einzelhandelsverband gehen aber davon aus, dass die Unternehmen wegen des starken Wettbewerbs nur einen Teil der Mehrkosten auf die Kunden abwälzen können.
FRÜHES OSTERFEST GRUND FÜR RÜCKGANG DER TEUERUNG
In Deutschland führte vor allem der Preisrückgang bei Pauschalreisen zum Rückgang der Teuerungsrate auf 2,4 Prozent. Damit bestätigte das Statistische Bundesamt eine frühere Schätzung. Im März hatte die Inflation noch 3,1 Prozent erreicht. In der Euro-Zone sank die nach einer anderen Methode berechnete Teuerung auf 3,3 Prozent nach 3,6 Prozent im März. Auf dieser Basis erwarten die EZB-Beobachter für dieses Jahr eine Inflation von 3,0 Prozent, einen halben Prozentpunkt mehr als zuvor.
Auf Monatssicht fielen die deutschen Preise sogar. Nach Einschätzung des Wirtschaftsweisen Peter Bofinger hat die Preisentwicklung damit ihren Höhepunkt erreicht. "Der Gipfel ist überschritten." Für die relativ niedrige Teuerungsrate im April waren zwei Sondereinflüsse maßgebend: So fiel das Osterfest und die damit verbundenen Preiserhöhungen diesmal in den März, Pauschalreisen und Übernachtungen verbilligten sich deswegen im April. Auch ein statistischer Effekt dämpfte den Preisauftrieb: Im vergangenen Jahr wurden in einigen Bundesländern Studiengebühren eingeführt, was die Teuerung im Bildungsbereich antrieb. Dieser zusätzliche Schub fiel nun weg.
Bei Lebensmitteln und Energie ist dagegen keine Entspannung in Sicht: Brot und Getreideprodukte kosteten 8,8 Prozent mehr, Molkereiprodukte wie Milch oder Butter gar 24 Prozent. Dagegen verbilligte sich Gemüse. Auch Autofahren wurde deutlich teurer: Benzin und Diesel verteuerten sich um 5,8 beziehungsweise 17,2 Prozent.
amc/cal
Zofingen, 15. Mai (Reuters) - Die Schweizerische Nationalbank (SNB) macht Anzeichen für eine Entspannung der Lage in einigen Kreditmärkten aus. Die Geldmärkte seien aber weit davon entfernt, normal zu funktionieren, sagte SNB-Direktoriumsmitglied Thomas Jordan am Donnerstag am Rande der Generalversammlung der Pfandbriefbank Schweizerischer Hypothekarinstitute zu Journalisten.
"Es gibt Anzeichen, für eine Entspannung der Lage in bestimmten Bereichen. Aber es zu früh für eine generelle Entwarnung", sagte Jordan.
par/
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München, 15. Mai (Reuters) - Das Wirtschaftsklima im Euroraum hat sich im Frühjahr zum dritten Mal in Folge verschlechtert. Das vom Münchner Ifo-Institut ermittelte Stimmungsbarometer fiel im zweiten Quartal nach Angaben vom Donnerstag auf 76,3 Punkte von 81,4 im Vorquartal. Damit wurde der niedrigste Wert seit fünf Jahren erreicht. Ifo-Präsident Hans-Werner Sinn unterstrich, dass dies ausschließlich auf weniger positive Urteile zur aktuellen Wirtschaftslage zurückzuführen sei. Die Erwartungen für die kommenden sechs Monate lägen zwar im negativen Bereich, hätten sich aber nicht weiter verschlechtert.
Besonders negativ wurde die derzeitige wirtschaftliche Situation in Italien, Frankreich, Portugal und Spanien beurteilt. In der Mehrzahl der Euroländer haben sich die Urteile zur gegenwärtigen Wirtschaftslage jedoch noch im positiven Bereich gehalten. In den kommenden sechs Monaten wird sich nach Ansicht der Experten die konjunkturelle Verlangsamung in allen Ländern des Euroraums weiter fortsetzen.
Die Jahresteuerung im Währungsgebiet sehen die Experten für 2008 bei 2,9 Prozent und damit noch stärker über der Zielmarke der Europäischen Zentralbank (EZB) als Anfang des Jahres (2,5 Prozent). Die Leitzinsen dürften dennoch nach Meinung der Experten im Laufe der kommenden sechs Monate etwas gesenkt werden. Bei den Kapitalmarktzinsen dagegen wird weiterhin ein leichter Anstieg erwartet.
Im Vergleich zum Euro<EUR=> wird der Dollar noch stärker als zuvor als unterbewertet eingeschätzt. Eine weitere, wenn auch nur leichte Abschwächung der US-Währung, gilt trotzdem als wahrscheinlich. An der Umfrage nahmen 254 Experten aus multinationalen Unternehmen und internationalen Institutionen teil.
kat/amc
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