(neu: US-Daten)
Frankfurt, 09. Mai (Reuters) - Der Euro<EUR=> hat am Freitag seine Vortagesgewinne verteidigt. Die Gemeinschaftswährung kletterte auf 1,5440 Dollar nach 1,5403 Dollar im späten US-Geschäft am Donnerstag. Aussagen von EZB-Chef Jean-Claude Trichet hatten der Gemeinschaftswährung am Donnerstag Auftrieb verliehen. Trichet hatte keine Hinweise auf Zinssenkungen gegeben und statt dessen betont, dass der Preisstabilität nach wie vor oberste Priorität eingeräumt wird. "Wir sehen aber nach wie vor das Risiko, dass der Euro zum Dollar die Korrekturbewegung fortsetzt, da die Zuversicht bezüglich der US-Wirtschaft und die Idee einer Zinspause der Fed weiterhin im Markt dominieren", stellte Commerzbank-Analystin Antje Preaefcke fest. Enttäuschende Konjunkturdaten aus der Euro-Zone sowie überraschend robuste US-Daten hatten dem Dollar zuletzt wieder Rückenwind gegeben und den Euro auf ein Zwei-Monats-Tief unter 1,53 Dollar gedrückt.
"Es hängt im Moment auch viel an der Marktpsychologie. Seit einiger Zeit wird das Ende der Krise gespielt. Negative Nachrichten aus den USA werden eher ausgeblendet und rufen nicht mehr zwingend eine Dollar-Schwäche hervor", sagte ein Marktteilnehmer. Dennoch gebe es im Markt eine deutliche Kaufbereitschaft für den Euro bei Kursen um 1,53 Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) legte den Euro-Referenzkurs am Mittag mit 1,5458 nach 1,5347 Dollar am Vortag fest.
ISLÄNDISCHE KRONE UNTER DRUCK
Kommentare eines Zentralbankers haben die isländische Krone<EURISK=> am Freitag auf Talfahrt geschickt. Der Euro stieg zeitweise über anderthalb Prozent auf 123,40 Kronen und war damit im Vergleich zu der Inselwährung so teuer wie seit Ende März nicht mehr. Seit Ausbruch der internationalen Finanzkrise im Sommer 2007 hat die isländische Krone damit rund ein Drittel ihres Wertes eingebüßt.
Der Chefvolkswirt der isländischen Zentralbank hatte vor Gefahren für die Wirtschaft durch die starken Wechselkursschwankungen gewarnt. Die Währung sei eher eine Quelle für Instabilität, als dass sie externe Einflüsse dämpfen könne, sagte Arnor Sighvatsson der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (Freitagausgabe). "Wir bewegen uns auf sehr gefährlichem Terrain."
STAATSANLEIHEN STEIGEN
Angesichts von Kursverlusten am Aktienmarkt fragten Investoren als sicher geltende Anlagen wie Rentenpapiere nach. Der Bund-Future<FGBLc1> stieg um 47 Ticks auf 114,88 Zähler. Die zehnjährige Bundesanleihe<EU10YT=RR> rentierte mit 4,024 Prozent. Die Umlaufrendite öffentlicher Anleihen<ESZB/BBK06> notierte bei 4,05 (4,15) Prozent. Der Rex-Rentenindex<.GREX> lag 0,5 Prozent im Plus bei 118,1594 Zählern.
leh/zwi
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Washington, 09. Mai (Reuters) - Angesichts der konjunkturellen Abkühlung haben die USA ihr Außenhandelsdefizit im März unerwartet kräftig abgebaut. Der Fehlbetrag fiel um 5,7 Prozent auf 58,2 Milliarden Dollar, wie das US-Wirtschaftsministerium am Freitag mitteilte. Im Februar betrug das Defizit revidierten Zahlen zufolge 61,7 Milliarden Dollar. Analysten hatten für den März im Schnitt mit 61,30 Milliarden Dollar gerechnet.
Die Importe verringerten sich um 2,9 Prozent auf 206,7 Milliarden Dollar. Dies ist der stärkste Rückgang seit Ende 2001 - wenige Monate nachdem die USA von den Anschlägen des 11. September erschüttert worden waren. Ausdruck der konjunkturellen Abkühlung in den USA ist insbesondere die geringere Nachfrage nach wichtigen Importgütern bei Verbrauchern aber auch in der Industrie: Dies ist etwa an den rückläufigen Bestellungen für ausländische Autos und Industriegüter abzulesen. Im Vormonat waren die Einfuhren noch um 2,6 Prozent gestiegen.
Die Exporte verringerten sich im März hingegen nur um 1,7 Prozent auf 148,5 Milliarden Dollar. Im Februar hatten sie um 1,8 Prozent angezogen.
Der Fehlbetrag in der US-Handels- und Leistungsbilanz wird an den Märkten mit großer Aufmerksamkeit beobachtet. Zur Finanzierung des Fehlbetrags benötigen die USA massive Kapitalzuflüsse aus dem Ausland. Bleiben diese aus, droht eine Dollar-Abwertung mit entsprechenden Auswirkungen für die Weltwirtschaft.
Im Blick der Märkte steht besonders das US-Handelsdefizit mit China. Dieses fiel im März auf 16,08 Milliarden Dollar. Die USA werfen China vor, sich mit einem künstlich niedrig gehaltenen Yuan-Wechselkurs unfaire Vorteile am Weltmarkt zu sichern. Das US-Handelsdefizit mit der EU stieg hingegen auf 7,49 Milliarden Dollar.
bek/amc
Frankfurt, 09. Mai (Reuters) - Der Euro<EUR=> hat am Freitagvormittag seine Vortagesgewinne verteidigt. Die Gemeinschaftswährung wurde um 1,5430 Dollar gehandelt nach 1,5403 Dollar im späten US-Geschäft am Donnerstag. EZB-Chef Jean-Claude Trichet hatte am Vortag keine Hinweise auf Zinssenkungen gegeben und statt dessen betont, dass der Preisstabilität nach wie vor oberste Priorität eingeräumt wird.
"Wir sehen aber nach wie vor das Risiko, dass der Euro zum Dollar die Korrekturbewegung fortsetzt, da die Zuversicht bezüglich der US-Wirtschaft und die Idee einer Zinspause der Fed weiterhin im Markt dominieren", stellte Commerzbank-Analystin Antje Preaefcke fest. Enttäuschende Konjunkturdaten aus der Euro-Zone sowie überraschend robuste US-Daten hatten dem Dollar wieder Rückenwind gegeben und den Euro auf ein Zwei-Monats-Tief unter 1,53 Dollar gedrückt.
Angesichts der eher zurückhaltenden Stimmung am Aktienmarkt fragten Investoren als sicher geltende Anlagen wie Rentenpapiere nach. Der Bund-Future<FGBLc1> stieg um 18 Ticks auf 114,71 Zähler. Die zehnjährige Bundesanleihe<EU10YT=RR> rentierte mit 4,048 Prozent.
Im Verlauf dürfte vor allem die US-Handelsbilanz (14.30 Uhr MESZ) in den Fokus der Investoren rücken. Von Reuters befragte Analysten sagen im Schnitt eine Verringerung des Defizits auf 61,3 von 62,32 Milliarden Dollar voraus.
kir/mer
((Kirsti Knolle <Redaktion Frankfurt +49 69 7565 1262, E-Mail: kirsti.knolle@reuters.com, Reuters Messaging: kirsti.knolle.reuters.com@reuters.net>))
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Frankfurt, 08. Mai (Reuters) - Die Aussicht auf weiterhin konstante Zinsen in der Euro-Zone hat dem Euro am Donnerstag Auftrieb gegeben. Äußerungen von EZB-Präsident Jean-Claude Trichet wurden am Devisenmarkt als Signal verstanden, dass die die Notenbank derzeit nicht am Zinsniveau rütteln will. Die Gemeinschaftswährung notierte am Nachmittag mit bis zu 1,5440 Dollar, nachdem sie am Morgen auf bis zu 1,5287 Dollar und damit auf den tiefsten Stand seit zwei Monaten gefallen war. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Mittag mit 1,5347 Dollar festgelegt.
Trichet sagte nach der Entscheidung der Notenbank, den Schlüsselzins unverändert zu lassen: "Wir glauben, dass unsere derzeitige Geldpolitik dazu beiträgt, unser Ziel Preisstabilität zu erreichen." Er wies zugleich auf anhaltende Inflationsrisiken wegen steigender Energie- und Rohstoffpreise hin.
Postbank-Analystin Fabienne Riefer urteilte: "Wir gehen nach wie vor davon aus, dass die EZB den Leitzins im weiteren Jahresverlauf unverändert bei vier Prozent belässt. Die heutige Sitzung hat an dieser Einschätzung nichts geändert."
Die EZB-Pressekonferenz in Athen war von vielen Marktteilnehmern als Nagelprobe für den Euro gewertet worden, nachdem schlechte Wirtschaftsdaten an den Devisenmärkten zuletzt für Zinssenkungsspekulationen gesorgt hatten. "Im Vorfeld haben viele gedacht, Trichet würde sich skeptischer zum Wachstum äußern und die zuletzt schwachen Konjunkturdaten aus der Euro-Zone stärker thematisieren", sagte Commerzbank-Analyst Carsten Fritsch. "Was Trichet allerdings gesagt hat, lässt sich nicht ansatzweise in Richtung einer Zinssenkung interpretieren."
Allerdings dürfte der Euro nach Einschätzung von Marktteilnehmern schon bald wieder nachgeben. "Am Markt wird gespielt, dass die Kreditkrise in den USA überstanden ist. Das dürfte dem Dollar helfen", sagte ein Händler. Außerdem werde sich die EZB auf Dauer nicht gegen eine Zinssenkung sperren können, falls weiterhin schwache Wirtschaftsdaten für die Euro-Zone veröffentlicht werden.
BRITISCHE NOTENBANK HÄLT ZINSNIVEAU KONSTANT - PFUND FÄLLT
Vor der EZB hatte auch die Bank of England (BoE) den Leitzins wie erwartet unverändert belassen. Er beträgt weiterhin fünf Prozent. Gegenüber dem Dollar stieg das Pfund nach Bekanntgabe des Zinsentscheides zunächst auf bis zu 1,9611 Dollar an, rutsche aber schon bald auf bis zu 1,9505 Dollar ab. Gegenüber dem Euro entwickelte sich der Kurs des Pfundes ähnlich. Zuletzt wurden für einen Euro 78,79 Pence gezahlt. Händlern zufolge wird nach zuletzt schwachen Konjunkturdaten mit einer baldigen Lockerung der Zinsschraube in Großbritannien gerechnet.
In Reaktion auf Trichets Äußerungen legten auch die Rentenmärkte weiter zu. Sie hatten zuvor schon wegen sinkenden Aktienkursen im Plus gelegen. Der Bund-Future<FGBLc1> stieg um 111 Ticks auf 114,66 Zähler. Die zehnjährige Bundesanleihe<EU10YT=RR> rentierte mit 4,051 Prozent. Der Rex-Rentenindex<.GREX> lag 0,35 Prozent im Plus bei 117,1322 Zählern. Die Umlaufrendite öffentlicher Anleihen<ESZB/BBK06> notierte bei 4,15 (4,19) Prozent.
saf/mer
((Stefan Schaaf<Redaktion Frankfurt +49 69 7565 1271, E-Mail: stefan.Schaaf@reuters.com, Reuters Messaging: stefan.schaaf.reuters.com@reuters.net>))
Frankfurt, 08. Mai (Reuters) - Sorgen über eine deutliche Wachstumsabschwächung in der Euro-Zone haben den Euro<EUR=> im frühen Geschäft am Donnerstag weiter belastet. In der Nacht fiel die Gemeinschaftswährung zeitweise bis auf 1,5287 Dollar und damit auf den tiefsten Stand seit zwei Monaten. Zuletzt notierte der Euro um 1,5330 Dollar. Nach Aussage von Händlern wächst die Skepsis der Investoren nach zuletzt enttäuschenden Daten aus der Euro-Zone bezüglich der hiesigen Konjunkturdynamik. Spekulationen auf eine Zinssenkung der Europäischen Zentralbank (EZB) in den kommenden Monaten erhielten neue Nahrung. Die Einzelhandelsumsätze für den Euroraum waren im März unerwartet deutlich zurückgegangen, in Deutschland enttäuschten die Auftragseingänge für die Industrie.
Im Handelsverlauf dürften der Zinsentscheid der EZB (13:45 Uhr MESZ) und der anschließende Kommentar von Notenbankchef Jean-Claude Trichet zur Belastungsprobe für den Euro werden. Analysten gehen davon aus, dass der Zinssatz wiederum mit 4,0 Prozent bestätigt wird. Sollte Trichet einräumen, dass die Abwärtsrisiken für die Konjunktur deutlich gestiegen sind, könnte dies die Sorgen der Anleger verstärken und den Euro weiter belasten, schätzt Commerzbank-Analystin Antje Praefcke. Noch vor zwei Wochen hatten Spekulationen über eine inflationsbedingte Zinserhöhung in der Euro-Zone die Gemeinschaftswährung auf ein Rekordhoch von 1,6018 Dollar getrieben.
Vor der EZB wird die Bank of England (13:00) ihren Zinsentscheid bekanntgeben. Experten prognostizieren, dass der Zins mit 5,0 Prozent bestätigt wird.
Angesichts der fallenden Kurse am Aktienmarkt waren Festverzinsliche gefragt. Der Bund-Future<FGBLc1> stieg um 45 Ticks auf 114,02 Zähler. Die zehnjährige Bundesanleihe<EU10YT=RR> rentierte mit 4,131 Prozent.
kir/ban
((Kirsti Knolle <Redaktion Frankfurt +49 69 7565 1262, E-Mail: kirsti.knolle@reuters.com, Reuters Messaging: kirsti.knolle.reuters.com@reuters.net>))
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