Neu-Delhi, 09. Mai (Reuters) - Die Preisschübe bei Rohstoffen und Lebensmitteln haben die Teuerung in Indien auf den höchsten Stand seit dreieinhalb Jahren getrieben. Ende April stiegen die in dem Schwellenland stark beachteten Großhandelspreise zum Vorjahr um 7,6 Prozent, wie die Regierung am Freitag mitteilte. Neben Preissteigerungen bei Lebensmitteln schlägt insbesondere der immer teurere Stahl voll durch: Nach Angaben des Finanzministeriums machen die Preisanstiege bei Stahl- und Stahlerzeugnissen rund ein Fünftel der Teuerung aus. Wegen der Kostenexplosion bei Kokskohle und Eisenerz hatten die indischen Stahlkonzerne ihre Preise kräftig anheben müssen.
Auf Druck der Regierung verpflichteten sie sich am Mittwoch, die Preise vorerst um fünf bis zehn Prozent zu kürzen und für mindestens drei Monate auf diesem Niveau einzufrieren. Dennoch geben Experte vorerst keine Entwarnung an der Inflationsfront: "Da der Ölpreishöhenflug anhält, erwarten wir auch in den nächsten Wochen nicht, dass die Teuerung bei den Erzeugerpreisen unter sieben Prozent fällt", sagte Sonal Varma von Lehman Brothers in Bombay. Der Großhandelspreisindex wird in Indien wöchentlich erhoben und umfasst einen größeren Warenkorb als der weniger stark beachtete Verbraucherpreisindex.
bek/amc
Berlin, 24. Apr (Reuters) - Trotz einer weiterhin guten Geschäftslage blicken die Unternehmen der deutschen Metall- und Elektroindustrie etwas pessimistischer in die Zukunft. Erstmals seit drei Jahren übertreffe die Zahl der Firmen, die in den kommenden sechs Monaten mit einer Verschlechterung rechne, die Zahl derer leicht, die Verbesserungen erwarteten, teilte der Branchenverband Gesamtmetall unter Berufung auf den Ifo-Konjunkturtest am Donnerstag mit. Allerdings sei die Zahl der Pessimisten mit elf Prozent immer noch gering. "Einen Abschwung erwarten wir deswegen nicht", sagte ein Sprecher des Verbandes. Das Wachstum werde sich vielmehr verlangsamen und in diesem Jahr bei etwa vier Prozent liegen.
Der Erwartungsindikator verkünde jedoch bereits seit zwei Jahren einen nachlassenden Optimismus, ohne dass sich dies in der tatsächlichen Lage niederschlage, teilte der Verband weiter mit. Insgesamt sei die große Mehrheit der Unternehmen weiterhin zuversichtlich, mindestens so gute Geschäfte zu machen wie bisher. Ihre gegenwärtige Lage beurteilten 52 Prozent der Firmen als gut, sieben Prozent als schlecht. "Offensichtlich schadet der starke Euro den Unternehmen bis jetzt noch nicht", sagte der Sprecher.
Ausdruck dafür sind auch die starken Auftragseingänge in den ersten beiden Monaten, die insgesamt um elf Prozent zulegten. Besonders das Exportgeschäft boomte: Hier stiegen die Bestellungen um 13 Prozent und damit deutlich stärker als im Inlandsgeschäft mit acht Prozent. Die Produktion legte um knapp zehn Prozent zu. Das machte sich auch bei den Beschäftigungszahlen bemerkbar. 17.000 neue Stellen wurden allein im Februar neu geschaffen. Insgesamt arbeiten nun knapp 3,6 Millionen Menschen in der Branche. Gesamtmetall ist der Dachverband von 22 Arbeitgeberverbänden der Metall- und Elektroindustrie. Er vertritt 6100 Unternehmen mit mehr als zwei Millionen Beschäftigten.
amc/bek