Peking, 26. Mai (Reuters) - Das Boomland China rechnet für 2008 mit einem kräftigen Teuerungsschub. Die Inflationsrate werde wohl von unter fünf im vergangenen auf sieben Prozent in diesem Jahr steigen, sagte der für die staatliche Planungsbehörde tätige Volkswirt Fan Jianping am Montag voraus. "Der Preisdruck wird dieses und nächstes Jahr eine ziemlich ernste Sache sein. Es wird schwierig, die Teuerung auf das Niveau der vergangenen Jahre zurückzuführen", warnte Fan in einem Kommentar im amtlichen "China Securities Journal". Die Inflation bleibe die größte Herausforderung für ein stabiles Wachstum.
Dank der staatlichen Preiskontrollen werde es wahrscheinlich nicht zu einer zweistelligen Teuerungsrate kommen. Die Regierung will die Inflation 2008 zwar auf das Vorjahrsniveau von rund 4,8 Prozent drücken. Nach Ansicht von Experten ist dieses Ziel jedoch kaum mehr zu erreichen. Allein im ersten Vierteljahr mussten die Chinesen einen starken Teuerungsschub verkraften: Die Verbraucherpreise im Reich der Mitte zogen um 8,2 Prozent an.
bek/amc
Singapur, 26. Mai (Reuters) - Der Dalai Lama hat China davor gewarnt, dass immer mehr seiner Anhänger den Glauben an eine friedliche Lösung des Tibet-Konflikts verlieren. "Es gibt viele Tibeter, die der Ansicht sind, dass unser gewaltloser Weg nicht zum Ziel führt", sagte der Dalai Lama in einem Interview der "Financial Times" vom Montag. Viele seiner Glaubensbrüder seien äußerst frustriert, dass die bisherige Strategie des friedlichen Dialogs mit China bislang keine Früchte getragen habe. Auf die Frage, ob er unter seinen Anhängern an Einfluss verliere, antwortete das geistliche Oberhaupt der Tibeter: "Ja, natürlich. Meine Bemühungen sind gescheitert, konkrete Ergebnisse zu liefern. Deshalb wird diese Kritik stärker und stärker."
Der Friedensnobelpreisträger zweifelte in dem Interview zudem die Bereitschaft der chinesischen Regierung an, in den jüngsten Gesprächen mit seinen Gesandten einen wahren Kompromiss zu suchen. "Passiert dies alles nur wegen der Olympischen Spiele oder geht es wirklich um die Situation in Tibet?", fragte der Dalai Lama. "Ich weiß es nicht."
Gesandte des Dalai Lama hatten Anfang Mai chinesische Vertreter getroffen, um über die jüngsten Unruhen in Tibet zu sprechen. Der Dalai Lama fordert eigenen Angaben zufolge keine Unabhängigkeit Tibets, sondern lediglich mehr Autonomie von China. Die nächste Gesprächsrunde zwischen der Regierung in Peking und den Vertrauten des Dalai Lama soll in der zweiten Juniwoche stattfinden. Die Olympischen Spiele beginnen im August.
mcn
- letzter Absatz über geplante Expansion in China frei zur Veröffentlichung ab Montag 06.00 Uhr -
Berlin, 26. Mai (Reuters) - Die Deutsche Bahn[DBN.UL] hat ihre Geschäfte mit China gegen die Kritik von Politikern und Menschenrechtlern verteidigt. Bahn-Vorstandsmitglied Norbert Bensel sagte in einem Interview der "Bild"-Zeitung (Montagausgabe): "Wir haben überhaupt keinen Grund, uns zu schämen. Durch unsere Geschäftsbeziehung geben wir Tausenden Menschen in Deutschland und in China gute Arbeitsplätze und damit eine sichere Zukunft." Darin sehe er nichts anrüchiges.
Bensel zeigte sich überzeugt, dass nur eine Zusammenarbeit mit China auch zu Veränderungen im Land führen könne. "Es gibt in der deutschen Politik keine ernstzunehmende Stimme, die uns empfiehlt, sich aus China zurückzuziehen. Das Land ist mit Abstand der wichtigste Handelspartner in Asien", sagte Bensel.
Die Deutsche Bahn will ihr Logistik-Geschäft in Asien in den kommenden Jahren deutlich ausbauen. Bis 2010 werde die Zahl der Standorte in China auf 70 Städte mehr als verdoppelt, kündigte die zuständige Konzernsparte DB Schenker Logistics am Montag in Berlin an. In den kommenden acht Jahren werde ein jährliches Umsatzwachstum in China um 20 Prozent angestrebt. 2007 erwirtschaftete die Bahn mit Logistikleistungen nach eigenen Angaben rund 1,7 Milliarden Euro in China.
mcn
Neu-Delhi, 23. Mai (Reuters) - Indien sieht sich angesichts explodierender Rohölkosten dazu gezwungen, die vom Staat stark subventionierten Treibstoffpreise anzuheben. Dies müsse sofort geschehen, damit die heimischen Ölkonzerne gerettet würden, sagte Ölminister Murli Deora am Freitag vor Journalisten. Die staatlichen Raffinerien machen pro Tag Verluste von zusammen mehr als 128 Millionen Dollar. Indien hält den Preis für Treibstoff durch staatliche Unterstützung bisher künstlich niedrig, um die Inflation einzudämmen und Hunderte Millionen Arme vor Preisschocks zu bewahren.
Ein Vertreter des Ölministeriums sagte, Preiserhöhungen seien unausweichlich. Ölminister Deora erklärte, eine Entscheidung könne bis zu einer Woche dauern. Der Rohölpreis von zuletzt mehr als 135 Dollar je Barrel belastet die Verbraucher weltweit. China hatte am Donnerstag Gerüchte zurückgewiesen, wonach die staatliche Preiskontrolle aufgegeben werden sollte.
An der Börse in Bombay legten die Aktien des staatlichen Ölkonzerns Indian Oil<IOC.BO> 3,6 Prozent zu. Hindustan Petroleum<HPCL.BO> gewannen 4,6 Prozent und Bharat Petroleum<BPCL.BO> stieg sogar um bis zu 5,2 Prozent.
ahl/rbo
Frankfurt, 22. Mai (Reuters) - Der US-Dollar bleibt Händlern zufolge angeschlagen. "Der Dollar wird gegen die Rohstoffe gehandelt, und bei dem Preisanstieg beim Öl ist kaum mit steigenden Dollarkursen zu rechnen", sagte ein Händler am Donnerstag in Frankfurt. Wegen des Fronleichnam-Feiertages in einigen deutschen Bundesländern sei das Geschäft aber ruhig. Der Euro<EUR=> notierte im frühen Handel bei 1,5785 Dollar und damit auf dem New Yorker Schlussniveau. Die EZB hatte den Referenzwert am Vortag mit 1,5753 Dollar festgelegt.
Der Ölpreis war am Morgen erstmals über 135 Dollar je Barrel (159 Liter) US-Leichtöl<CLc1> geklettert und hatte damit binnen 24 Stunden fünf Dollar zugelegt.
An den Rentenmärkten war zunächst kaum ein Trend auszumachen. Mit dem fallenden Dax-Future<FDXc1> zog der Bund-Future<FGBLc1> geringfügig an, legte dann aber rasch wieder den Rückwärtsgang ein. Nach einer halben Handelsstunde notierte der Terminkontrakt leicht im Minus. Die für den europäischen Handel führende zehnjährige Bundesanleihe<EU10YT=RR> rentierte bei 4,265 Prozent.
Aus den USA steht am Nachmittag die Wochenstatistik zu den Erstanträgen auf Arbeitslosenhilfe an.
ale/ban
((Andrea Lentz<Redaktion Frankfurt +49 69 7565 1277, E-Mail: Andrea.Lentz@reuters.com, Reuters Messaging: Andrea.Lentz.reuters.com@reuters.net>))
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