Berlin, 08. Mai (Reuters) - Die Wirtschaft in der Euro-Zone wird einer Studie zufolge wegen der Finanzkrise, dem starken Euro und der US-Konjunkturflaute deutlich an Schwung verlieren. Für dieses Jahr schätzen die gewerkschaftsnahen Forscher des European Labour Network for Economic Policy das Wachstum auf 1,6 Prozent. Für 2009 sei mit einer Abschwächung auf 1,5 Prozent zu rechnen, teilte das Institut für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung am Donnerstag mit. Mit einer Verbesserung der Konjunktur rechnen die Experten erst Ende kommenden Jahres. "Die Kombination von Finanzkrise und externen Schocks beendet für mindestens zwei Jahre die Periode, in der ein starkes Wachstum Arbeitslosigkeit und öffentliche Defizite reduziert hat", hieß es in dem Bericht.
Die Arbeitslosigkeit dürfte im laufenden Jahr weiter zurückgehen, und zwar um 0,3 Prozentpunkte auf durchschnittlich 7,1 Prozent. Danach dürfte die positive Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt jedoch enden, schreiben die Forscher. Zugleich werde die Inflation 2008 mit 2,9 Prozent wegen der Teuerung bei Lebensmitteln und Treibstoffen deutlich höher ausfallen als im Vorjahr. Dies werde durch höhere Tariflöhne nur teilweise ausgeglichen. Der Konsum dürfte deswegen mit 1,5 Prozent nur schwach steigen.
Im vergangenen Jahr hatte die Wirtschaft in der Euro-Zone noch um 2,6 Prozent zugelegt. Seither hat die Dynamik jedoch deutlich nachgelassen. In Spanien hat sich die Konjunktur wegen dem Ende des Immobilienbooms spürbar abgekühlt, auch in Italien laufen die Geschäfte deutlich schlechter. Das hat Spuren in der deutschen Wirtschaft hinterlassen, die zuletzt als Zugpferd der Euro-Zone galt. So sammelten die deutschen Unternehmen im März den vierten Monat in Folge weniger Aufträge ein, der Export stagnierte. Erst im April hat die EU-Kommission ihre Wachstumsprognose für die Euro-Zone auf 1,7 Prozent gesenkt.
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