Im Gegensatz zu den anderen Indikatoren dient der DMI
(Directional Movement Index) weniger zur Bestimmung von Extremwerten
(Überkauft/Überverkauft) oder Divergenzen, sondern eher zur Festlegung von
Tendenzen, mit denen sich wiederum Kauf- und Verkaufssignale ausmachen
lassen.
Seine Erstellung ist im Gegensatz zu den anderen
Oszillatoren jedoch wesentlich komplexer. Zunächst müssen jene Druckindikatoren
ermittelt werden, die zum Kauf (DM+) und Verkauf (DM-) führen. Anschließend
werden diese Druckindikatoren als Prozentsatz der maximalen Marktvariationen des
Zeitraums ausgedrückt und ein gleitender Durchschnitt dieser Indikatoren, also
jeweils DMI + und DMI -, berechnet.
Wenden wir uns hier beispielsweise einer Berechnung über 14
Tage zu, mit einem DMI + 14 = 0,2 und DMI - = 0,36. Dies bedeutet, dass sich 20%
der Marktbandbreite der letzten 14 Tage im oberen Bereich und 36 % im unteren
Bereich vollzogen haben. In dieser spanne waren 56 Prozent (0,2 + 0,36)
richtungsweisend.
Je richtungsweisender ein Markt also ist (und zwar bei
einer Hausse UND einer Baisse), desto höher ist die Summe der DMI (DI sum). Im
Allgemeinen wird jedoch die Berechnung der Differenz zwischen dem DMI + und dem
DMI - (DI diff) vorgezogen. Die über den Trend erhaltene Information ist damit
unterschiedlich: je höher eine solche Differenz ausfällt, desto direktioneller
verhält sich der Markt in die gleiche Richtung.
Das in einem Prozentsatz ausgedrückte Verhältnis DI diff /
DI sum ergibt dann DX, der auf einen längeren Zeitraum - in der Regel 14 Tage -
ausgedehnt wird und den ADX bildet.
Sind die Oszillatoren berechnet, ist ihre Verwendung
relativ einfach. Denn dann können die jeweiligen Positionen des DMI + und des
DMI - miteinander verglichen werden. Befindet sich der DMI + oberhalb des DMI -,
besteht eine starke Hausse-Tendenz, was auf eine immer vorteilhaftere Situation
für die Käufer hinweist. Befindet sich aber umgekehrt der DMI + unterhalb des
DMI -, ist die Baisse-Tendenz sehr ausgeprägt - hierbei triumphieren die
Verkäufer.
Der ADX gibt aber noch weitere Signale. Steigt er
beispielsweise über einen Wert von 17, wird von einem Trendmarkt ausgegangen.
Dann ist sowohl die Einnahme einer Kauf- (DMI + oberhalb des DMI -) als auch
einer Verkaufsposition (DMI - oberhalb des DMI +) möglich.
Schließlich ermöglicht der an die gleitenden Durchschnitte
geknüpfte ADX die Bestimmung der Aussagekraft letzterer Durchschnittswerte.
Gerade weil die gleitenden Durchschnitte manchmal falsche Signale auslösen, ist
es möglich, nur dann eine Position zu beziehen, wenn der ADX einen Trend
anzeigt, und dann auf die Signale der gleitenden Durchschnitte zu achten.


